Lexikon

Enzme

[
griechisch
]
Biokatalysatoren
veraltete Bezeichnung Fermente, in den Zellen aller Lebewesen gebildete Proteine, die die gesamten chemischen Umwandlungen (Stoffwechsel) im Organismus erst ermöglichen. Als Katalysatoren setzen sie die Aktivierungsenergie für chemische Reaktionen herab und beschleunigen diese, so dass sie bei Körpertemperatur ablaufen können. Sie selbst gehen unverändert aus der Reaktion hervor. Die Wirkung der Enzyme ist abhängig von der Temperatur, dem pH-Wert in der Zelle, der Substratkonzentration, dem Vorhandensein von Aktivatoren und dem Fehlen von Hemmstoffen. Enzyme sind in hohem Maß substratspezifisch und wirkungsspezifisch, das heißt, sie setzen jeweils nur einen bestimmten Ausgangsstoff um, und sie katalysieren jeweils nur einen bestimmten Reaktionstyp. Man kennt heute über 3000 Enzyme.
Die meisten Enzyme bestehen aus einem Proteinanteil (Apoenzym) und einem Nicht-Proteinanteil (Coenzym), der entweder fester Bestandteil des Enzyms ist (prosthetische Gruppe) oder für begrenzte Zeit gebunden wird. Beide zusammen bilden das Holoenzym. Nach den wichtigsten katalysierten Reaktionen werden die Enzyme eingeteilt in: 1. Oxidoreduktasen, die Redoxreaktionen innerhalb eines Substratpaares katalysieren, 2. Transferasen, die Gruppenübertragungen katalysieren, 3. Hydrolasen, die hydrolytische Spaltungen etwa von Ester-, Peptid- oder Glykosidbindungen katalysieren, 4. Lyasen beziehungsweise Synthasen, die chemische Gruppen eliminieren und dabei Doppelbindungen bilden (Lyasen) beziehungsweise chemische Gruppen an Doppelbindungen anlagern und diese damit auflösen (Synthasen), 5. Isomerasen, die Isomerisierungsreaktionen katalysieren, 6. Ligasen (Synthetasen), die zwei Moleküle unter Energieverbrauch verknüpfen.
In der Medizin dienen Enzyme zu Substitutionstherapien bei Störungen der Verdauung und Blutgerinnung sowie zur Behandlung von Verbrennungen, Herz-, Kreislauf- und Krebserkrankungen u. a. Die Enzymdiagnostik ist ein wichtiges Mittel zur Diagnose verschiedener Krankheiten wie Herzinfarkt, Leber- und Bauchspeicheldrüsenentzündung sowie Muskelerkrankungen. Biotechnologisch hergestellte Enzyme werden zunehmend industriell genutzt, so in der Pharma-, Lebensmittel-, Getränke-, Papier-, Textil- und Waschmittelindustrie.
Baby
Wissenschaft

Spracherwerb: Schon Kleinkinder nutzen Kontextinformationen

Ein Apfel, eine Banane, eine Orange und … eine Modi. Ohne das Wort „Modi“ zu kennen, können wir in diesem Zusammenhang vermuten, dass es sich ebenfalls um eine Frucht handelt. Doch wann entwickelt sich diese Fähigkeit bei Kindern? Eine Studie zeigt nun, dass Kleinkinder bereits mit 15 Monaten in der Lage sind, aus dem Kontext...

forschpespektive_NEU.jpg
Wissenschaft

Die Krux mit der Anwendung

Apply or die!“, lautet eine Floskel, die auf eine eher ungeliebte Entwicklung im Forschungsbetrieb abzielt – „Wende an oder stirb!“ Sarkastisch steht sie für den zunehmenden Druck, dass die Wissenschaft möglichst Ergebnisse produzieren solle, die unmittelbar in konkrete Anwendungen münden können. Klar, das ist kein schlechtes...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon