Lexikon

französische Literatur

Zu Beginn ist das französische Schrifttum durch drei Grundkräfte gekennzeichnet: die lateinisch-römische Tradition, das Christentum und die heimische Überlieferung. Aus dem Jahr 842 datiert der erste altfranzösische Text (Les serments de Strasbourg), ein Vertragsdokument. Die Kirche bediente sich zunehmend der Volkssprache, um z. B. durch Heiligenleben die Volksfrömmigkeit zu fördern. Um 1100 setzte eine reiche nichtreligiöse Literatur ein, die die kriegerischen und heroischen Taten des Kaisers und seiner Gefolgsleute zum Thema hatte. Dieses Heldenepos (Chanson de geste) ist beispielhaft im Rolandslied verwirklicht. Gleichzeitig entwickelte sich der höfische Versroman, der die feudale Welt der Epoche spiegelt. Als Meister der höfisch-ritterlichen Dichtung gilt Chrétien de Troyes, der u. a. im Rückgriff auf das keltisch-bretonische Sagengut eine ritterlich-abenteuerliche Welt rund um einen utopischen Artushof schuf. Höfische und christliche Kulturideale wurden ferner auf antike (Alexanderroman) und orientalische Stoffe übertragen.

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