Lexikon
histọrischer Materialismus
materialistische Geschichtsauffassungzusammen mit dem dialektischen Materialismus die geschichtsphilosophische Grundlage der Theorie des Kommunismus. Er wurde von K. Marx u. F. Engels gemeinsam ausgearbeitet, wobei (auch nach Engels’ eigener Angabe) die entscheidende Rolle Marx zufiel. – Bei der Formulierung des historischen Materialismus ging Marx von der Auffassung aus, dass die gesellschaftliche Entwicklung in der Geschichte einer notwendigen Gesetzmäßigkeit unterliege. Er sah den Faktor, der letztlich den gesamten sozialen, politischen und geistigen Lebensprozess der Menschheit bestimmt, in der Art und Weise, wie die Menschen die zum Leben notwendigen materiellen Güter produzieren. In dieser Produktionsweise sind zwei Hauptfaktoren zu unterscheiden: die Produktivkräfte (Arbeitswerkzeuge und Maschinen, aber auch die sie betätigenden Menschen und ihr Ausbildungsstand) und die gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse (alle Verhältnisse der Menschen, die sie in der Produktionstätigkeit zueinander eingehen: Eigentumsverhältnisse, Klassenverhältnisse, Kauf, Verkauf, Verteilung u. a.). Im Lauf der geschichtlichen Entwicklung komme es immer wieder zu einem Widerspruch zwischen dem Entwicklungsstand der Produktivkräfte und dem der Produktionsverhältnisse. Da die einen Klassen an der Erhaltung der veralteten Produktionsverhältnisse interessiert sind (weil sie diesen Klassen Vorrechte gewähren), die anderen jedoch an deren Veränderung, setzt sich der Konflikt in einen Klassenkampf um, der erst durch eine revolutionäre Umgestaltung der Produktionsverhältnisse seine Lösung findet. Es folgt dann nach dieser Theorie notwendigerweise, wenn auch oft erst allmählich, eine Umgestaltung des gesamten politischen und geistigen Lebens (Recht, Moral, Kunst, Philosophie, Religion, z. T. auch Wissenschaft). Die Produktionsverhältnisse sind demnach die Basis, der ein politischer und ideologischer Überbau zugeordnet ist. – Der Überbau spielt dabei nicht nur eine passive Rolle; es wird ihm eine gewisse aktive, wenn auch zweitrangige Bedeutung zugeschrieben.
Wissenschaft
Frag die Oma
Es gibt nur eine gute Handvoll Säugetiere, bei denen Weibchen nach der Geburt ihres letzten Jungtieres noch lange leben. Von Juliette Irmer Die Menopause ist eine biologische Rarität, die Wissenschaftler seit Jahren Kopfzerbrechen bereitet. Nach heutigem Wissensstand durchlaufen nur sechs von rund 6.000 Säugetierarten das...
Wissenschaft
Vergorene Früchte als Ursprung menschlichen Alkoholkonsums?
Viele Menschenaffen verzehren gerne vergorenes Fallobst. Wie verbreitet dieses Verhalten allerdings ist, ist noch unklar – unter anderem, weil viele Studien nicht zwischen dem Konsum von frisch gepflückten und vom Boden aufgelesenen, potenziell vergorenen Früchten unterscheiden. Ein Forschungsteam schlägt deshalb vor, einen...
Mehr Artikel zu diesem Thema
Weitere Artikel aus dem Kalender
Weitere Artikel aus der Wissensbibliothek
Weitere Lexikon Artikel
Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch
Weitere Artikel auf wissenschaft.de
Wie der Klimawandel die Erdrotation verringert
Fördern Perowskit-Solarzellen das Pflanzenwachstum?
„Ich hab’ das mal recherchiert“ – aber richtig
Warum Männchen und Weibchen oft unterschiedlich lange leben
Eine App für besseren Schlaf
Die Neuentdeckung unserer Nachbarwelt