Lexikon

histrischer Materialismus

materialistische Geschichtsauffassung
zusammen mit dem dialektischen Materialismus die geschichtsphilosophische Grundlage der Theorie des Kommunismus. Er wurde von K. Marx u. F. Engels gemeinsam ausgearbeitet, wobei (auch nach Engels eigener Angabe) die entscheidende Rolle Marx zufiel. Bei der Formulierung des historischen Materialismus ging Marx von der Auffassung aus, dass die gesellschaftliche Entwicklung in der Geschichte einer notwendigen Gesetzmäßigkeit unterliege. Er sah den Faktor, der letztlich den gesamten sozialen, politischen und geistigen Lebensprozess der Menschheit bestimmt, in der Art und Weise, wie die Menschen die zum Leben notwendigen materiellen Güter produzieren. In dieser Produktionsweise sind zwei Hauptfaktoren zu unterscheiden: die Produktivkräfte (Arbeitswerkzeuge und Maschinen, aber auch die sie betätigenden Menschen und ihr Ausbildungsstand) und die gesellschaftlichen Produktionsverhältnisse (alle Verhältnisse der Menschen, die sie in der Produktionstätigkeit zueinander eingehen: Eigentumsverhältnisse, Klassenverhältnisse, Kauf, Verkauf, Verteilung u. a.). Im Lauf der geschichtlichen Entwicklung komme es immer wieder zu einem Widerspruch zwischen dem Entwicklungsstand der Produktivkräfte und dem der Produktionsverhältnisse. Da die einen Klassen an der Erhaltung der veralteten Produktionsverhältnisse interessiert sind (weil sie diesen Klassen Vorrechte gewähren), die anderen jedoch an deren Veränderung, setzt sich der Konflikt in einen Klassenkampf um, der erst durch eine revolutionäre Umgestaltung der Produktionsverhältnisse seine Lösung findet. Es folgt dann nach dieser Theorie notwendigerweise, wenn auch oft erst allmählich, eine Umgestaltung des gesamten politischen und geistigen Lebens (Recht, Moral, Kunst, Philosophie, Religion, z. T. auch Wissenschaft). Die Produktionsverhältnisse sind demnach die Basis, der ein politischer und ideologischer Überbau zugeordnet ist. Der Überbau spielt dabei nicht nur eine passive Rolle; es wird ihm eine gewisse aktive, wenn auch zweitrangige Bedeutung zugeschrieben.
Menschenmenge
Wissenschaft

Wie sich Menschenmassen bewegen

Dicht gedrängte Menschenmengen entwickeln eine Eigendynamik, die zu einer tödlichen Gefahr werden kann. So wurden 2010 bei der Loveparade in Duisburg 21 Menschen zu Tode gequetscht und hunderte weitere schwer verletzt. Bisher galten die kollektiven Bewegungsmuster solcher Mengen als chaotisch und unvorhersehbar. Doch eine Studie...

Neandertaler-Zähne
Wissenschaft

Neandertaler-Linie war 50.000 Jahre isoliert

In der Endzeit der Neandertaler gab es in Europa offenbar mindestens zwei genetisch voneinander getrennte Linien. Das legen DNA- und Isotopen-Analysen eines Neandertalers nahe, der 2015 in der Grotte Mandrin in Frankreich entdeckt wurde. Das Individuum, dem die Forschenden den Spitznamen „Thorin“ gaben, lebte demnach vor etwa 42....

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon