Lexikon

ozenische Sprachen

die östliche Gruppe der austronesischen Sprachfamilie; besteht aus ca. 400 Sprachen, die von etwa zwei Mio. Sprechern auf über den ganzen Pazifik verstreuten Inseln gesprochen werden. Die ozeanischen Sprachen werden in drei Gruppen unterteilt: Polynesisch, Mikronesisch und Melanesisch. Zu den polynesischen Sprachen zählen im Osten Maori, die tahitianische sowie hawaiianische Sprache, im Westen u. a. das Samoanische und Tonganische. Grammatikalisch und phonologisch gesehen, nicht jedoch im Vokabular, sind diese Sprachen erstaunlich einheitlich. Sie haben stark reduzierte Lautsysteme mit wenigen Konsonanten und eine vereinfachte Syntax. In diesen Sprachen hat sich eine reichhaltige, mündlich tradierte Literatur entwickelt. Die mikronesischen Sprachen werden auf nördlich von Melanesien verstreut liegenden Inseln zwischen den Philippinen und Polynesien gesprochen. Die sieben am engsten verwandten Sprachen bilden eine Untergruppe, die als Kernmikronesisch bezeichnet wird. Die melanesischen Sprachen werden auf den Neuen Hebriden, auf dem Bismarck-Archipel und auf Neuguinea gesprochen. Sie sind äußerst unterschiedlich und werden eher aufgrund der Geographie als von linguistischen Gemeinsamkeiten in einer Gruppe erfasst; einige Sprachen haben einen besonderen Numerus für die Drei- (Trial) und Vierzahl (Quartial).

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