Lexikon
Staatskapelle Berlin
als „Kurfürstliche Hofkapelle“ 1570 von Joachim II. von Brandenburg gegründetes und damit eines der ältesten Sinfonieorchester Deutschlands; ab 1701 „Königlich Preußische Hofkapelle“; 1918 erstmals unter heutigem Namen, während des Dritten Reiches auch als „Preußische Staatskapelle Berlin“; seit der Eröffnung des Opernhauses Unter den Linden (1742) gleichzeitig Konzert- und Opernorchester. Die Leitung der Staatskapelle Berlin ist bis heute mit unterschiedlichen Positionen verbunden und wird z. T. auch auf mehrere Personen verteilt; der Posten eines Generalmusikdirektors (GMD) wird dabei nur sporadisch (gelegentlich auch mehrfach) vergeben, erster Amtsträger war 1820–1841 Gaspare Spontini; weitere GMDs u. a.: Giacomo Meyerbeer (1842–1846) gleichzeitig mit Felix Mendelssohn Bartholdy (1841–1844); Richard Strauss (1908–1918), Erich Kleiber (1923–1934), Herbert von Karajan (1941–1945), Otmar Suitner (* 1922, † 2010; 1964–1990) und Daniel Barenboim (seit 1992; seit 2000 auch Chefdirigent auf Lebenszeit).
Bedeutende Leiter der Staatskapelle Berlin (oft, aber nicht immer in der Position des Chefdirigenten) waren ferner: Johannes Eccard (1608–1611), Carl Heinrich Graun (1740–1759), Johann Friedrich Reichardt (1775–1794), Leo Blech (1906–1937), Wilhelm Furtwängler (1920–1922 und 1933/34), Robert Heger (1933–1945), Joseph Keilberth (1948–1951), Heinz Fricke (1961–1992). Die Staatskapelle Berlin ist ein Orchester von Weltgeltung mit regelmäßigen Ur- und Erstaufführungen zeitgenössischer Werke, insbesondere von Richard Wagner, ferner von Carl Maria von Weber, Ludwig van Beethoven, Giuseppe Verdi, Richard Strauss, Alban Berg, Paul Dessau, Hanns Eisler, Harrison Birtwistle, Hans Zender u. a.; mehrere Unter-Formationen; seit 1996 „Festtage“ zur Osterzeit, insbesondere zur Aufführung von Wagner-Werken.
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