Lexikon
Vatikạn
Hügel (Monte Vaticano) im Westen Roms, auf dem sich im römischen Altertum der Zirkus des Nero befand, die Martyriumsstätte Petri. Konstantin der Große errichtete dort die Peterskirche. Der heutige Vatikanpalast, Residenz des Papstes, geht auf einen im 9. Jahrhundert zusammen mit der Peterskirche zum Schutz gegen die Sarazeneneinfälle ummauerten Bau zurück. Erst nach dem Exil von Avignon (14. Jahrhundert) wurde der Vatikan ständige Papstresidenz. Als Erster plante Nikolaus V. den Neubau; Sixtus IV. ließ die Sixtinische Kapelle errichten, Julius II. nahm den Neubau der Peterskirche in Angriff. Unter Julius II. und Leo X. schuf Michelangelo die Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle und Raffael die Fresken in den Stanzen und Loggien; unter Paul III. wurde die Kuppel von St. Peter vollendet. Sixtus V. erbaute den heutigen Wohnpalast und die Bibliothek, Alexander VII. den Petersplatz und die Scala regia. Zur ständigen päpstlichen Residenz wurde der Vatikan nach dem avignonesischen Exil ab 1377. Heute ist er mit über 1000 Sälen und Gemächern das wohl an Kunstschätzen reichste Bauwerk der Erde.
Avignon: Papstpalast
Papstpalast in Avignon
zwei Schweizer Gardisten im Vatikan.
© shutterstock.com/Vinicius Ramalho Tupinamba
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