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Reim dich oder ich fress dich!

Hobbydichter und Schlagersänger brauchen sie unbedingt. Sprachgewaltige Lyriker und abgebrühte Werbetexter meiden sie, kommen in ideenlosen Zeiten aber manchmal an ihnen nicht vorbei: Die Rede ist von Endreim-Lexika, die zu Tausenden von Silben abertausend treffende Reime bieten. Wozu reimen, wenn keine Ideen keimen? Entweder man kann dichten oder man lässt es besser ganz bleiben, behaupten viele. Auf der anderen Seite gelten Endreim-Lexika als wichtige Arbeitshelfer für alle, die im Beruf oder Hobby mit Sprache zu tun haben, um Texte stilistisch aufzupolieren oder sie sogar witziger zu gestalten.

Der Reim muss dem Gedanken folgen

“Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind...” – Johann Wolfgang von Goethe war ein Meister der Reime.
dpa

Keinesfalls darf zu kalauerhaft und zu weit hergeholt gereimt werden, sind sich solche Textschmieden einig, die Journalisten, Autoren und andere Texter ausbilden. Im Klartext: Es ist nicht im Sinne des Erfinders, zufällig zwei oder mehrere lustig klingende Reime herauszusuchen und sie mit anderen Worten zu Sätzen zu füllen. Auch wenn das Desaster gut zum Pflaster, gehassten Alabaster, dem geschassten Taster und dem verprassten Pilaster passt dieser Reim stammt aus der Retorte. Die goldene Regel lautet: Der treffende Reim darf nicht zum Gedanken, sondern dieser muss zum Reim führen.

Ein altes, deutsches Kalenderblatt drückt diese Methode hervorragend aus: “Reime, aber fühle dabei. / Sag es in Versen, / Dichte! Aber denke dabei. Das hätte selbst der gute Goethe wahrscheinlich nicht besser ausgedrückt.

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