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Spanischer Bürgerkrieg: Guernica

Die Bombardierung Guernicas

Durch einen dreistündigen Bombenangriff zerstören Flugzeuge der Legion Condor die nordspanische Stadt Guernica vollständig. Die heilige Stadt der Basken, die weit hinter der Bürgerkriegsfront um Bilbao liegt, wird von den deutschen Fliegern bis zum Eintritt der Dunkelheit mit Bomben, Brandbomben und Maschinengewehren belegt. Von den 10 000 Einwohnern kommen viele Hunderte ums Leben. Die Zerstörung der Stadt durch deutsche Bomber wird zum Symbol des faschistischen Terrors gegen die Zivilbevölkerung im Spanischen Bürgerkrieg.

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Guernica gleicht nach der Bombardierung einem riesigen Trümmerfeld.
Die Bombardierung Guernicas beginnt gegen 16.30 Uhr. Ein einzelnes deutsches Flugzeug erscheint über der Stadt und wirft mehrere schwere Bomben und Granaten ab. Kurze Zeit später erscheint wieder eine Maschine, erneut werden Bomben abgeworfen. Danach setzen immer mehr tieffliegende Maschinen - insgesamt 30 bis 40 - das Zerstörungswerk systematisch fort. Beteiligt sind schwere Bomber vom Typ Junkers 52, rasche leichte Bomber vom Typ Heinkel 111, die erst seit kurzer Zeit im Spanischen Bürgerkrieg zu Testzwecken eingesetzt werden, und Heinkel-Jagdflugzeuge vom Typ 51. Nach der Bombardierung ist die Stadt ein brennendes Trümmerfeld.

Guernica war kein militärisches Angriffsziel. Eine Munitionsfabrik, die vor der Stadt liegt, bleibt weitgehend unzerstört; ebenso zwei entfernt liegende Kasernen. Aller Wahrscheinlichkeit nach soll das planmäßige Massaker an den Zivilisten der Demoralisierung der Regierungstruppen und Milizen sowie der gesamten baskischen Bevölkerung dienen, um den verbissenen Widerstand gegen die Truppen der spanischen Aufständischen zu brechen. Dafür spricht auch, dass sich die unter dem Oberbefehl von General Hugo Sperrle stehende deutsche Legion Condor gerade die Stadt Guernica für ihren Angriff ausgesucht hat.

Eine symbolträchtige Stadt

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Überlebende des Angriffs in den Trümmern Guernicas.
Guernica ist für die Basken als Symbol ihrer Autonomie seit alters her ein zentraler und heiliger Ort. Hier legten seit dem Mittelalter die Könige von Kastilien und später von Spanien ihren Eid ab, mit dem sie die Autonomierechte der Biskaya garantierten. Der ursprüngliche Versammlungsort der baskischen Landtage wird in der Stadt von der berühmten Eiche von Guernica markiert, die dort im 14. Jahrhundert gepflanzt wurde. Die rücksichtslose Zerstörung Guernicas zeitigt für die spanischen Aufständischen unter Francisco Franco Bahamonde nicht den erhofften Erfolg. Vielmehr sehen sie sich mit ihren deutschen und italienischen Helfern einer Welle der Entrüstung in der europäischen Öffentlichkeit ausgesetzt.
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von Ute Becker, wissen.de
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