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Theodor Herzl plant jüdischen Staat

"In Basel habe ich den Judenstaat gegründet"

"Fasse ich den Baseler Kongreß in ein Wort zusammen – das ich mich hüten werde, öffentlich auszusprechen – so ist es dieses: in Basel habe ich den Judenstaat gegründet. Wenn ich das heute laut sagte, würde mir ein universales Gelächter antworten. Vielleicht in fünf Jahren, jedenfalls in fünfzig wird es jeder einsehen." Diese Worte notierte Theodor Herzl im Rückblick auf den Baseler Kongress im Jahr 1897 in sein Tagebuch. Tatsächlich sollten nur wenig mehr als fünfzig Jahre vergehen, bis David Ben Gurion am 14. Mai 1948 die Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel verlas, unter einem Bild von Theodor Herzl.

"Die Juden sind eine Nation"

Theodor Herzl wurde am 2. Mai 1860 in Budapest geboren. Nach dem Tod seiner Schwester Pauline zog die Familie 1878 nach Wien, wo Theodor trotz seiner Absicht, Schriftsteller zu werden, ein Studium der Rechtswissenschaft aufnahm. Von 1891 bis 1896 arbeitete er als Pariser Korrespondent der Wiener "Neuen Freien Presse" und redigierte seitdem das Feuilleton dieses Blattes.

Unter dem Einfluss des Dreyfusprozesses, den der assimilierte Wiener Salon-Jude aus nächster Nähe verfolgen konnte, kam Herzl zu der Überzeugung, dass die Juden eine Nation seien und daher die Gründung eines jüdischen Staates notwendig sei. Diese Anschauung brachte er in seiner Schrift "Der Judenstaat. Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage" von 1896 zum Ausdruck. Noch im selben Jahr erschien das Buch in englischer, französischer, russischer und hebräischer Übersetzung. Herzl gab mit seinen Ideen den Anstoß zur Entstehung des politischen Zionismus. Trotz vieler Anfeindungen gelang es ihm, eine zionistische Massenbewegung – besonders in Osteuropa – zu organisieren.

"Eine gesicherte Heimstätte in Palästina"

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Susanne Dreisbach, wissen.de-Redaktion/ Brockhaus Enzyklopädie
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