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Wie ein Fisch im Wasser?

Weit gefehlt: Immer weniger Kinder können schwimmen

„Juhu, ich hab das Seepferdchen, jetzt kann ich Schwimmen!“ jubelt so manches Kind, wenn es sein Frühschwimmerabzeichen nach der erfolgreichen Prüfung stolz in den Händen hält. Doch das orangefarbene Meerestier auf weißem Grund täuscht Eltern und Kind über die tatsächliche Schwimmfähigkeit hinweg.

Mädchen mit Schwimmflügeln
Früh übt sich, was eine echte Wasserratte werden will

DLRG und Sportwissenschaftler sind sich einig, dass Kinder nur als sichere Schwimmer gelten können, wenn sie das erste Jugendschwimmabzeichen erworben haben. Dieser Meinung ist auch Schwimmmeisterin Petra Frischmuth: „Ein Kind mit Seepferdchen kann nicht schwimmen, es kann sich über Wasser halten.“ Im Freizeitbad Reinbek bei Hamburg hat sie in 30 Jahren Berufsleben geschätzt über 3.000 Kindern das Schwimmen beigebracht. Sie beobachtet in den vergangenen Jahren eine Entwicklung, die sich auch in den jüngsten Umfragen des DLRG und des Meinungsforschungsinstituts forsa widerspiegeln. Die Hälfte der Kinder kann am Ende der Grundschulzeit nicht sicher schwimmen. Nur 50 Prozent, so ergab die Studie 2010, können neben dem Seepferdchen auch ein Jugendschwimmabzeichen in Bronze, Silber oder gar Gold vorweisen. Wer trägt also die Verantwortung?

 

Alarmierende Zahlen

Schicken die Eltern ihre Kinder heute nicht mehr in einen Schwimmkurs oder bringen sie ihren Kindern das Schwimmen nicht bei, weil sie es selbst nicht können? Haben die Schulen Schuld? „Die Eltern haben heute einfach weniger Zeit“, so Frischmuth. „Das Schwimmenlernen ist nicht mehr so wichtig“. Aber auch die Schulen und die Situation der öffentlichen Bäder sieht sie in der Verantwortung. Und tatsächlich sind die Zahlen alarmierend. Laut DLRG-Präsident Klaus Wilkens sind in den vergangenen fünf Jahren 285 Bäder in Deutschland geschlossen worden. 452 sind 2013 akut von einer Schließung bedroht und weiteren 737 Schwimmbädern könnte ein ähnliches Schicksal bevorstehen. Da beantwortet sich die Frage nach der Verantwortung der Schulen fast von selbst. Denn wo sollen diese ihren Schwimmunterricht anbieten?

 

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von wissen.de-Autorin Sandra Hermes, September 2013
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