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Ein eigener Pool: Das gibt es zu beachten

Wenn die warmen Tage beginnen, kommt bei vielen die Lust auf kühles Nass. Doch für einen Pool muss man einiges beachten.

Frau am Rand eines Swimming Pools
Natürlich ist ein eigener Pool schon sehr reizvoll. Aber es ist auch kein Projekt, dass man überstürzen sollte.
Keine Lust, das Planschbecken hervorzukramen, es aufzublasen, aufzufüllen und dann zu warten, dass die Sonne den Inhalt auf angenehme Temperaturen bringt? Dann und sofern man Platz hat, ist man definitiv ein Pool-Kandidat. Allerdings ist ein solches Bauwerk mehr als ein Wasserbassin. Was es zu beachten gibt, zeigt deshalb der folgende Artikel.

Sich über Kosten und Aufwand bewusst sein

Wenn das Planschbecken mal wieder ein Leck hat, ist man geneigt, vorschnell zu entscheiden. Allerdings ein Pool, nichts, was man übers Knie brechen sollte. Allein schon wegen der Kosten. Bereits in der Anschaffung muss man für einen kleinen Pool, ungeachtet seiner Bauweise, summa summarum mindestens vierstellig kalkulieren. Für größere und/oder personalisierte Pools stehen auch leicht fünfstellige Summen an.

Ferner gibt es Unterhaltskosten. Es beginnt mit dem Wasser. Ein Kubikmeter gleich tausend Liter. Ein kleiner 5 x 5m Pool in dem das Wasser 1,5 Meter hoch steht, enthält schon 37,5 Kubikmeter bzw. 37.500 Liter Wasser. Was das kostet, kann man sich anhand der durchschnittlichen Wasserpreise ausrechnen. Zudem muss man auch die Kosten für Reinigung (etwa Strom für Pumpen) im Auge behalten.

Unterm Strich: Der Pool ist eine dauerhafte Anschaffung, die auch dauerhaft Geld kosten wird, selbst dann, wenn man ihn nicht benutzt.

Die Bauweisen kennen

Pool ist nicht gleich Pool. Tatsächlich gibt es mehrere Varianten:

  1. Folienpools. Bei diesen wird eine wasserdichte Folie auf einer Unterkonstruktion aufgebracht. Diese kann entweder aus Stahl(rohren) bestehen, kann aber auch Beton und/oder Mauersteine beinhalten. Diese Pools sind sowohl über- wie unterirdisch möglich
  2. Betonpools. Diese werden in aller Regel vergraben und stellen letztendlich den klassischen Pool dar. Innen sind sie entweder mit einer Schutzfarbe versehen oder gefliest.
  3. Wannen-Pools. Dabei erwirbt man eine Art gigantischer Badewanne, die entweder aus Edelstahl oder Kunststoff besteht. Kunststoffbecken müssen meist eingegraben werden. Stahlpools hingegen können teilweise auch überirdisch errichtet werden.

Was einem am tauglichsten erscheint, hängt letztlich vor allem vom Geldbeutel, den örtlichen Gegebenheiten und dem Wunsch nach Individualität ab.

Privater Swimming Pool
Auch unter gefliesten Pools steckt eine speziell abgedichtete Betonschicht. Die Fliesen allein, vor allem die Fugen, sind nicht ausreichend dicht.

Sich mit dem Rechtlichen auseinandersetzen

Was man errichten kann, unterliegt in Deutschland meist einer umfangreichen Rechtsprechung. Auch Pools sind nicht ausgenommen, allerdings gibt es keine generelle Pflicht zur Beantragung einer Baugenehmigung.

Leider sind die Gesetze von Bundesland zu Bundesland etwas unterschiedlich. Ausschlaggebend dafür, ob eine Genehmigung erforderlich ist, ist immer das Volumen des Pools. Meist, wenngleich nicht immer, beginnt der Zwang zur Genehmigung erst jenseits von 50 Kubikmetern Inhalt. Und das ist schon ein sehr großer, tiefer Pool, der über das, was der Handel offeriert, meist weit hinausgeht.

Die einfachste Vorgehensweise ist es, beim zuständigen Bauamt schlicht und ergreifend nachzufragen. Am besten erst dann, wenn man die Abmessungen kennt. Denn selbst bei genehmigungsfreien Volumina ist zumindest eine Meldung notwendig.

Sich mit der Reinigung auseinandersetzen

Wenn der Inhalt eines Planschbeckens nach ein paar Tagen grün und schmutzig wird, lässt man ihn ab und füllt neu auf. Doch selbst bei kleinen Pools wäre das ein ziemlich teures Vergnügen. Es braucht also eine Möglichkeit, Becken und Wasser zu reinigen. Auch hier gibt es mehrere Bauweisen:

  • Fest installierte Reinigungssysteme. Diese teilen sich auf in Skimmer- und Überlauf-Pools. Bei ersterem befindet sich an einer Stelle des Pools ein zentraler Einlauf, der das Wasser einsaugt, filtert und wieder ausstößt. Bei letzterem wird der gesamte Pool von einer Ablaufrinne umsäumt, welche das Wasser in ein ein Filtersystem leitet. Anschließend wird es über den Boden wieder zugeführt
  • Bewegliche Reinigungsysteme. Auch hier gibt es abermals Skimmer-Systeme. Dazu auch sogenannte Poolroboter. Diese fahren unter Wasser entlang der Poolwand und reinigen diese selbsttätig. Gerade letzteres boomt gerade, das Konsultieren eines Vergleichs von Poolrobotern ist daher praktisch Pflicht.

Zudem ist es meist zusätzlich notwendig, den Pool auch chemisch zu reinigen, weil sich dennoch Algen bilden. In dem Fall ist Chlor, flüssig oder als Tablette appliziert, die einfachste Variante. Hautschonender ist Aktivsauerstoff, allerdings verliert der jenseits von 30°C Wassertemperatur seine Wirksamkeit – und die können an sonnigen Tagen an der Wasseroberfläche schnell erreicht sein.

Beckerand eines Swimming Pools mit Skimmer
Skimmer-Systeme sind i.d.R. günstiger als Überläufe. Letztere empfehlen sich jedoch vor allem bei Stahl-Pools wegen der Kühlung des sonnenaufgeheizten Randes.

Sich die Beheizungs-Frage stellen

Jeder, der schon mal ein Planschbecken befüllt hat, dürfte gemerkt haben, wie lange es selbst bei tropischen Temperaturen dauern kann, bis diese wenigen hundert Liter angenehm temperiert sind. Und je mehr Wasser, desto größer natürlich diese Zeitspanne. Dementsprechend muss man sich auch die Frage stellen, in wie weit man zusätzlich beheizen möchte. Denn auch hier gibt es Optionen.

  • Die einfachste Variante ist eine Schutzfolie, die gleichzeitig auf Erwärmung durch Sonneneinstrahlung optimiert ist – etwa, indem sie aus schwarzem Material besteht. Das schlägt zwar zwei Fliegen mit einer Klappe, weil es auch verhindert, dass bei Nichtbenutzung Schmutz ins Wasser gelangt. Aber es erfordert eben auch, vor jeder Benutzung die Folie zu entfernen bzw. sie danach wieder auszurollen. Das kann, je nach Poolgröße, sehr umständlich sein.
  • Nicht alle, aber manche Filteranlagen enthalten gleichzeitig auch ein Heizsystem, das sich zusätzlich schalten lässt. Das macht den Einbau zwar einfacher, ist aber natürlich einem Stromkostenfrage.
  • Ähnlich sieht es bei zusätzlichen Heizsystemen aus. Hier existieren mittlerweile auch Wärmepumpensysteme, welche, was die Effizienz der Energieausnutzung anbelangt, als die günstigsten Geräte gelten – allerdings nicht im Anschaffungspreis.
  • Geeignet für kleine Pools sind Solarheizungen. Sie saugen das Wasser an einer Stelle an, leiten es durch eine Art umgekehrten Kühler, der auf der Fläche daneben ausgebreitet wird und anschließend wieder in den Pool

Letzten Endes ist das Beheizen eine Glaubensfrage. Man kann einen Pool im Sommer auch ohne Heizung warm bekommen, es dauert nur seine Zeit. Aber die Heizung verlängert eben die Nutzungsdauer aufs Jahr berechnet; erlaubt Planschvergnügen, wenn die Bäume erst sprießen oder die Blätter bereits fallen. 

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