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Indira Gandhi fällt Sikh-Attentat zum Opfer

In ihrer Residenz wird die indische Premierministerin am 31. Oktober 1984 von Anhängern der Sikh-Religion ermordet. Auf dem Weg ins Büro, wo der britische Filmschauspieler Peter Ustinov wegen eines Interviews auf sie wartet, geben zwei ihrer Leibwächter 22 Schüsse auf sie ab. Wenig später stirbt die 67-jährige Politikerin im Krankenhaus.

Kurz nach Bekanntwerden der Bluttat beginnt in weiten Teilen Indiens eine Welle des Terrors gegen die Sikhs, die den Mord an Indira Gandhi als einen Racheakt für die am 5. Juni 1984 angeordnete Erstürmung des Goldenen Tempels, das Zentralheiligtum der Sikhs, in Amritsar rechtfertigen. Nach vorsichtigen Schätzungen werden in den folgenden zwei Tagen 4000 Sikhs von fanatischen Anhängern des Hinduismus abgeschlachtet, erschlagen oder lebendig verbrannt.

 

Eine umstrittene Politik

Indira Gandhi 1980 wieder an der Macht
Corbis-Bettmann, New York
Indira Gandhi bestimmte seit 18 Jahren die politischen Geschicke ihres Landes, doch war ihre von Pragmatismus und Machtbewusstsein bestimmte Regierungstätigkeit von Anfang an umstritten. In wirtschaftspolitischen Entscheidungen sozialistischen Ideen verpflichtet, schloss sie 1971 einen Freundschaftsvertrag mit der UdSSR und rückte damit vom Prinzip der Blockfreiheit ab. In ihre Amtszeit fiel ebenfalls der Krieg in Bangladesch, dessen Grausamkeit internationale Empörung auslöste. 1975 wegen Wahlkorruption verurteilt, verhängte sie kraft ihrer Funktion daraufhin den Ausnahmezustand und ließ zahlreiche politische Gegner verhaften. 1977 trat sie nach der Wahlniederlage der von ihr geführten Kongresspartei zurück, konnte aber 1980 erneut die Mehrheit auf sich vereinigen.

 

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