Lexikon

Bibel

[
griechisch biblia, „Bücher“
]
Buch der Bücher; Heilige Schrift

Übersetzungen

Das Alte Testament wurde bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. ins Griechische übertragen. Diese Übersetzung (Septuaginta) war für die Juden in der Diaspora bestimmt. Um 370 n. Chr. übertrug der westgotische Bischof Wulfila die Bibel ins Gotische und schuf hierzu aus griechischen Buchstaben und germanischen Runen eine eigenes Schriftsystem. 405 n. Chr. vollendete der Kirchenvater Hieronymus seine lateinische Übersetzung des Alten Testaments (Vulgata), die von der katholischen Kirche ab 1547 als theologisch verbindlich angesehen wurde (Kanonisierung). Die Vulgata löste eine ältere lateinische Übersetzung (Vetus Latina) ab. Eine Evangelienharmonie (Verschmelzung der vier Evangelien zu einer fortlaufenden Erzählung) in althochdeutscher Sprache schuf Otfried von Weißenburg 863871. Eine erste vollständige Übersetzung der Bibel ins Englische (1383) unternahm J. Wiclif. Der Reformator M. Luther legte 1522 eine vollständige deutsche Übersetzung des Neuen Testaments und 1534 der gesamten Bibel aus dem Urtext vor (Lutherbibel). 1980 erschien eine evangelisch-katholische Einheitsübersetzung; deren geplante Revision jedoch 2005 scheiterte. Ende 2004 lagen vollständige Bibelübersetzung in 422 Sprachen, mit Teilübersetzungen sogar in 2377 Sprachen vor.
  1. Einleitung
  2. Entstehung und Überlieferung
  3. Übersetzungen
  4. Altes Testament
  5. Neues Testament
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