Lexikon
französische Kunst
Plastik
Die ältesten Denkmäler der französischen Plastik sind Reliefdarstellungen als Kapitell-, Sarkophag- und kirchlicher Portalschmuck, die stilistisch an gallo-römische Formen anknüpfen. Größere figürliche Darstellungen finden sich seit dem Ende des 11. Jahrhunderts in den Tympana der Westportale von Kirchen. Im Languedoc entstand ein monumentaler Figurenstil (St-Pierre in Moissac, 1100–1120), der auch auf den Norden übergriff (Westportal von Chartres, 1145–1150). Die Provence bewahrte das spätrömische Figurenideal (Saint Trophime in Arles, um 1150), während die burgundische Portalskulptur überschlanke Gestalten zu einer ekstatisch bewegten Gesamtform zusammenschloss (St-Lazare in Autun, Ste-Madeleine in Vézelay, zwischen 1125 und 1140).
In der Gotik boten die Kathedralen zahllose Ansatzpunkte für plastisches Schaffen. Die säulenhaft wirkenden Figuren von Chartres (West) stehen am Anfang einer Entwicklung, die den Körper schrittweise organischer belebte.
Im Verlauf des 15. Jahrhunderts verstärkte sich der italienische Einfluss auf die französische Plastik. Durch die Berufung italienischer Künstler (Leonardo, F. Primaticcio) an den Hof Franz’ I. wurde die Ausbreitung der Renaissance gefördert. Die Plastik geriet, ohne die eigentliche italienische Hochklassik verarbeitet zu haben, in manieristische Strömungen (J. Goujon, G. Pilon). Hauptmeister der Bildnerei des offiziellen barocken Hofstils waren F. Girardon, P. Puget und A. Coyzevox. Den Übergang vom Rokoko zum Klassizismus bilden die Werke E. Bouchardons und E. M. Falconets. Rein klassizistisch sind die Plastiken von J. A. Houdon. Im 19. Jahrhundert schufen F. Rude, J. B. Carpeaux und E.-A. Bourdelle Bauskulpturen von starker Wirkungskraft. A. Rodin und A. Maillol errangen mit höchst gegensätzlichen Gestaltungen Weltgeltung.
Im 20. Jahrhundert gingen von Franzosen ideenreiche plastische Experimente aus (F. Arman, J. Dubuffet, R. Duchamp-Villon, H. Laurens, G. Richier, N. de Saint-Phalle). In jüngster Zeit entstehen Rauminstallationen, die den Verlust der Erinnerung oder das Wiederentdecken von Geschichte zum Thema haben., u. a. von C. Boltanski, andere Künstler arbeiten mit Video-, Licht- und Computerinstallationen. Viele ausländische Bildhauer haben in Paris ihre Heimat gefunden.
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