Lexikon

Mxiko

Mexiko nach dem 2. Weltkrieg

Unter den Präsidenten Adolfo López Mateos (19581964) und Gustavo Diaz Ordaz (19641970) wurde die Landreform erfolgreich weitergeführt, die Industrialisierung beschleunigt, das Straßennetz ausgebaut und die sozialen Einrichtungen verbessert. Der Reformprozess konnte aber mit dem starken Bevölkerungswachstum nicht Schritt halten. Deshalb beschleunigte sich in den 1970er Jahren der ökonomische Niedergang. Während der Amtszeiten der Präsidenten Miguel de la Madrid Hurtado (19821988) und Carlos Salinas de Gortari (19881994) brachten ein Privatisierungsprogramm und eine strenge Sparpolitik wirtschaftliche Erholung. Zeichen des neuen Wirtschaftskurses war 1994 der Zusammenschluss mit den USA und Kanada zur Nordamerikanischen Freihandelszone (NAFTA). Trotz dieser Erfolge blieben die großen sozialen Gegensätze im Lande bestehen. 1994 schlug das Militär im Bundesstaat Chiapas einen Indioaufstand nieder, der vom Ejército Zapatista de Liberación Naciónal (EZLN) geführt wurde. Präsident Ernesto Zedillo Ponce de León (19942000) sah sich Ende 1994 einer schweren Währungs- und Finanzkrise („Tequila-Krise“) gegenüber, die 1995 mit internationaler Hilfe bewältigt wurde. Obwohl aufgrund des Konflikts in Chiapas 1996 ein Abkommen über die Rechte und Kultur der indigenen Bevölkerung geschlossen wurde, behielt das Problem seine innenpolitische Brisanz. Mit den Wahlen 2000 endete die 71-jährige Herrschaft des PRI. Die Bevölkerung wählte Vicente Fox (PAN), den Kandidaten eines Oppositionsbündnisses aus PAN und Grünen, zum neuen Staatspräsidenten. Ein Jahr später brachen die Grünen jedoch mit Fox und dem PAN, der bei den Parlamentswahlen 2003 auf Grund der weit verbreiteten Enttäuschung über verschleppte Reformen schwere Verluste hinnehmen musste. In der Folgezeit profitierte das Land von einer stabilen Wirtschaftslage, die durch hohe Ölpreise begünstigt wurde. Die Präsidentschaftswahlen 2006 führten zu einer schweren innenpolitischen Krise. Andrés Manuel López Obrador, der Kandidat des linksgerichteten PRD, erkannte seine knappe Niederlage gegen Felipe Calderón Hinojosa, den Kandidaten der Regierungspartei PAN, nicht an und ging gegen das Ergebnis juristisch vor. Es kam zu Protestdemonstrationen der Anhänger von López Obrador. Schließlich erklärte das Bundeswahlgericht F. Calderón Hinojosa zum Sieger. Der PAN konnte sich auch bei den Kongresswahlen als stärkste Kraft durchsetzen. Die größte innenpolitische Herausforderung für die neue Regierung bildete die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit durch die mit dem Rauschgifthandel verbundene organisierte Kriminalität. Zur Bekämpfung der Drogenkartelle wurden massiv Polizei- und Militäreinheiten eingesetzt. Die Wahlen zum Abgeordnetenhaus bescherten der Regierungspartei PAN 2009 eine schwere Niederlage. Der PRI konnte die meisten Mandate gewinnen. Den Auseinandersetzungen im »Drogenkrieg« fielen bis Ende 2011 über 47 000 Menschen zum Opfer. Die Präsidentschaftswahlen am 1. 7. 2012 konnte der oppositionelle PRI-Kandidat Enrique Peña Nieto für sich entscheiden. Wie schon 2006 zweifelte der unterlegene PRD-Kandidat López Obrador die Wahl wegen zahlreicher Unregelmäßigkeiten an. Nach einer teilweisen Neuauszählung bestätigte die Wahlbehörde den Sieg Peña Nietos. Gleichwohl beantragte die Partei PRD beim Bundeswahlgericht wegen Stimmenkaufs die Annullierung des Wahlergebnisses. Am 31. 8. 2012 wurde der Antrag auf Annullierung abgewiesen.
  1. Einleitung
  2. Natur und Klima
    1. Vulkane und Gebirge im Süden
    2. Naturkatastrophen
    3. Geschädigte Umwelt
    4. Randtropisches Klima
  3. Bevölkerung
    1. Indigene Völker
  4. Bildung
  5. Staat und Politik
  6. Wirtschaft und Verkehr
    1. Kleinbauern und Agrarexport
    2. Rohstoffreichtum und vielfältige Industrie
    3. Tourismus und Verkehr
  7. Geschichte
    1. Frühgeschichte und Kolonisierung
    2. Die unruhige Republik
    3. Porfiriat und Revolution
    4. Mexiko nach dem 2. Weltkrieg
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