Lexikon
Österreich
Europäische Großmacht
Unter Kaiser Rudolf II. begann in Österreich die Gegenreformation. Durch die Ausschaltung der protestantischen Stände noch während des Dreißigjährigen Krieges konnte der Weg für den Aufbau einer absolutistischen Herrschaft geebnet werden. Mit der Abwehr der Türken vor Wien 1683 und dem Sieg im Türkenkrieg 1714–1718 dehnte Östereich seine Einflusssphäre im südöstlichen Europa aus. Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg musste Habsburg zugunsten der Bourbonen auf das spanische Erbe verzichten, doch wurden Karl VI. 1713/14 die spanischen Niederlande und Sardinien zugesprochen. Er verlor aber 1739 fast alle Eroberungen des Türkenkriegs auf dem Balkan wieder an das Osmanische Reich.
Im Österreichischen Erbfolgekrieg verlor Maria Theresia (1740–1780) zwar Schlesien an Preußen, doch blieb die österreichische Großmachtstellung in Europa gewahrt. Unter Maria Theresias Regierung wurde die Staatsverwaltung reformiert. Nach mehreren Niederlagen in den Revolutions- und Napoleonischen Kriegen gegen Frankreich und dem Verzicht auf die römisch-deutsche Kaiserkrone 1806 durch Franz II., der 1804 den Titel Kaiser von Österreich angenommen hatte, konnte das Land unter Metternich nach dem Wiener Kongress (1814/15) seine Rolle als Führungsmacht im Deutschen Bund und in Italien sichern. Im Innern wurde Österreich nach den Grundsätzen der Heiligen Allianz restaurativ-absolutistisch regiert.
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