Großes Wörterbuch der deutschen Sprache

überlassen

über|ls|sen
V.
75, hat überlassen
I.
mit Dat. u. Akk.
1.
jmdm. etwas oder jmdn. ü.
jmdm. etwas oder jmdn. anvertrauen, in Obhut geben;
man kann ihr (während des Urlaubs) das Haus, die Blumen, die Kinder ohne weiteres ü.
2.
jmdm. etwas ü.
a)
jmdm. etwas zur Nutzung, zum Gebrauch geben;
jmdm. ein Grundstück ü.
b)
zugunsten eines anderen auf etwas verzichten;
jmdm. (bei der Erbteilung) ein Schmuckstück ü.
c)
jmdm.,
auch
einem Tier eine Sache, etwas zu tun ü.
es dulden, es gern sehen, dass jmd., ein Tier etwas tut;
ich werde es lieber dir ü., das Gerät zu reparieren; jmdm. die Auswahl ü.; wir ü. es den Schafen unseres Nachbarn, unsere Wiese zu düngen
scherzh.
;
du solltest das Denken lieber den Pferden ü.
scherzh., wenn jmd. in guter Absicht etwas falsch gemacht hat
;
überlass es der Zeit, diesen Schmerz zu heilen
d)
jmdn. einer Sache ü.
jmdn. alleinlassen und einer Sache preisgeben;
einen Verunglückten seinem Schicksal ü.
sich nicht darum kümmern, was weiter mit einem Verunglückten geschieht;
ich überlasse dich jetzt deinem Schicksal
ugs.
ich lasse dich jetzt allein (weil du alles andere selbst tun kannst);
jmdn. seiner Verzweiflung ü.
II.
refl. mit Dat.
sich einem Gefühl ü.
sich einem Gefühl hingeben, einem Gefühl nachgeben;
sie überließ sich ihrem Schmerz
Affe, Mund, Zähne
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