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Erich der Rote und Leif Eriksson

Im Jahr 982 betreten die Wikinger um Erich den Roten fremden Boden. Die Wiederentdeckung der weltgrößten Insel sowie die endgültige Besiedlung und Benennung als Grönland wird dem rauen Seefahrer zugeschrieben, den nicht der Forscherdrang trieb, sondern der nach einer Bluttat seine Heimat verlassen musste. Sein Sohn Leif Eriksson gilt als erster Entdecker Amerikas.

Grünes Land

Erich der Rote wurde um 950 in Norwegen geboren. Seine Heimat musste er jedoch aufgrund einer Verurteilung wegen Totschlags verlassen und er floh nach Island. Doch auch hier konnte er nicht Fuß fassen und wurde erneut des Landes verwiesen. Der Grund: Verurteilung wegen Totschlags. So begab sich Erich der Rote mit einigen Männern von Island aus auf die gefährliche Seereise ins Nordmeer. Er hisste die Segel zur Fahrt über die Nordpassage des Atlantiks. Die Wikinger hatten das Glück auf ihrer Seite – nach Tagen der Irrfahrt gelangten sie zu einer von Fjorden zerklüfteten Gletscherlandschaft. Noch gingen die Wikinger aber nicht an Land; sie segelten zunächst in den ersten Fjord der geschützten Westküste. Langsam wich das karge Ufergeröll einem weitem grünen Tal. Grund genug für Erich den Roten, dem fremden Land den Namen Graenland – "grünes Land" – zu geben. Besonders die Klippen der unbekannten Landmasse waren für die hochseegeschulten Männer gefährlich; sie konnten bei ungünstigen Südostwinden zur Todesfalle werden. Der seemännischen Erfahrung Erichs war es zu verdanken, dass das Erkunderschiff hinter der Südspitze – und somit im Schutz der Fjorde – das Festland erreichte. Nach der stürmischen Entdeckungsfahrt verbrachten Erich der Rote und seine Männer drei Jahre an der grönländischen Küste. Der Fjord, den sie zunächst erreichten, trägt noch heute seinen Namen: Eriksfjord. Zur dauerhaften Besiedlung brauchte es jedoch mehr als nur eine Schiffsbesatzung. So kehrten die Seefahrer, als die Zeit der Verbannung verstrichen war, nach Island zurück.

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