Lexikon
Kạnada
Das moderne Kanada (ab 1945)
Nach dem 2. Weltkrieg wurde Kanada Gründungsmitglied der UNO und der Nato. 1949 konnte sich Newfoundland mit Labrador als 10. Provinz anschließen. Kanada unterstützte die USA im Koreakrieg 1950–1953 und stellte auch Stationierungsstreitkräfte für die Bundesrepublik Deutschland. Unter Führung von John Diefenbaker gelang es den Konservativen 1957, die seit 1935 regierenden Liberalen in der Staatsführung abzulösen. Diefenbaker scheiterte jedoch mit seiner Wirtschaftspolitik, so dass nach den Wahlen 1963 erneut die Liberalen die Regierung übernahmen. Unter den Premierministern Lester Pearson (1963–1968) und Pierre Elliot Trudeau (1968–1979 und 1980–1984) vermied Kanada das weitere Engagement auf US-amerikanischer Seite in Ostasien. Die Regierung Trudeau suchte engeren Kontakt zur EG und zur Dritten Welt.
Zu einem schwer wiegenden innenpolitischen Problem entwickelten sich die Autonomiebestrebungen der Frankokanadier in der Provinz Quebec, deren angestrebte Loslösung aus dem kanadischen Staatsverband aber scheiterte. Das 1982 verabschiedete neue Verfassungsgesetz (Canadian Act) löste den seit 1867 bestehenden British North America Act ab.
Die Parlamentswahlen 1984 und 1988 gewannen die Konservativen unter Brian Mulroney.
Die anhaltenden Autonomiebestrebungen Quebecs führten 1990 zu einer schweren innenpolitischen Krise, doch eine von Quebec geforderte Verfassungsreform wurde 1992 per Referendum abgelehnt. Nach den Wahlen 1993 wurde Jean Chrétien von der Liberalen Partei neuer Premierminister. 1995 scheiterte erneut ein Referendum, das zur Unabhängigkeit Quebecs führen sollte. 1999 erhielten die kanadischen Inuit ein eigenes Territorium (Nunavut) mit weit gehenden Selbstverwaltungsrechten.
Nach den Anschlägen des Elften Septembers 2001 engagierte sich das Land im Kampf gegen den globalen Terrorismus. Differenzen über das Vorgehen im Irakkonflikt führten zu Verstimmungen mit den USA. 2003 zog sich Chrétien aus der Politik zurück. Neuer Führer der Liberalen und Premierminister wurde Paul Martin. Unter seiner Führung verloren die Liberalen bei den Wahlen 2004 die absolute Mehrheit. Martin blieb aber Regierungschef an der Spitze eines Minderheitskabinetts. Auf Grund von Korruptionsvorwürfen gegen die Liberalen brachte das Parlament die Regierung 2005 durch ein erfolgreiches Misstrauensvotum zu Fall. Vorgezogene Neuwahlen 2006 gewannen die Konservativen unter Führung von Stephen Harper, der neuer Premierminister wurde. Da seiner Minderheitsregierung der politische Handlungsspielraum fehlte, bat er die Generalgouverneurin Michaëlle Jean im September 2008 um die Auflösung des Parlaments. Bei den Neuwahlen im Oktober 2008 konnten die Konservativen zwar die Anzahl ihrer Parlamentsmandate erhöhen, verfehlten aber die angestrebte absolute Mehrheit. Nach Auseinandersetzungen über die Haushalts- und Rüstungspolitik stürzte die Opposition die Regierung Harper am 25. 3. 2011 mit einem Misstrauensvotum im Parlament. Am 2. 5. 2011 fanden vorgezogene Neuwahlen statt, die den Konservativen die absolute Mehrheit der Mandate im Unterhaus einbrachten (167 der insgesamt 308 Sitze). Die NDP wurde zur zweitstärksten politischen Kraft. Harper blieb Regierungschef.
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