Lexikon
konkrẹte Poesie
eine gegen traditionelle dichterische Formen gerichtete neue Auffassung literarischer Ausdrucksmöglichkeiten; entgegen den gedanklich-bildlichen Inhalten einer Dichtung werden Wort- und Buchstabengruppen zu neuen ästhetischen Werten, durch die Freisetzung bloßer Klangwerte und die Bildung neuer Wortgruppenbezüge, zusammengesetzt; das „konkrete“ Sprachmaterial (atomisiert in Buchstaben, Buchstabengruppen und Laute) wird assoziativ zu neuen sinnfreien Beziehungen verbunden oder räumlich angeordnet (Konstellationen). Die Entwicklung ging über das l’art pour l’art, die poésie pure, den Dadaismus, den russischen Futurismus und die Lettristik zur konkreten Poesie. Entwicklung und Wertmaßstäbe dieser experimentellen Dichtung bleiben bewusst unbestimmt. Richtungweisende Vertreter der konkreten Poesie sind F. Mon, H. Heißenbüttel, E. Jandl und die Wiener Gruppe (H. C. Artmann, K. Bayer, F. Achleitner, G. Rühm).
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