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Märzrevolution 1848

Die Märzrevolution erreicht am 18. März in Berlin ihren Höhepunkt. Denn während noch die Proklamation von König Friedrich Wilhelm IV. verlesen wird, schießt das Militär aufgrund der Unruhen mehrmals in die versammelte Menge: Die Bürger errichten Barrikaden.

Chronik Verlag

Bürger gegen die Soldaten des preußischen Königs
Johannes Großer
Am 18. März 1848 wurden nach der Proklamation in kürzester Zeit die ersten Barrikaden errichtet. Arbeiter, Handwerker und Bürger lieferten sich am Abend und in der folgenden Nacht blutige Straßenkämpfe mit den regulären Truppen, in denen sich jedoch zumeist die Revolutionäre behaupten.

In der Nacht zum 19. März wandte sich der König an die "lieben Bürger". Er versprach den Abzug der Truppen, falls die Barrikaden verschwänden. Insgesamt forderte die Märzrevolution allein in Berlin etwa 240 Tote und rund 1000 Verletzte unter der Zivilbevölkerung sowie über 200 Tote und mehr als 250 Verletzte bei den Militär- und Polizeikräften. Zu den „Märzerrungenschaften“ gehörten zunächst die Gewährung der Pressefreiheit, die Einführung von Schwurgerichten und Volksbewaffnung sowie die Anbahnung von Wahlen zu einem deutschen Nationalparlament.

Trügerischer Sieg

Trotz der Verluste sah sich der König gezwungen, den gefallenen Revolutionären seine Achtung zu bezeugen: Am Nachmittag des 19. März verneigte er sich im Schlosshof vor den über 200 "Märzgefallenen" und am 21. März ritt er mit einer schwarz-rot-goldenen Binde durch Berlin. In seinem Aufruf "An mein Volk und an die deutsche Nation" versprach Friedrich Wilhelm IV. seinem Volk das Aufgehen Preußens in Deutschland. Darauf erfolgte die Einsetzung des liberalen Ministeriums Camphausen-Hansemann am 29. März, die aber für die bürgerlich-demokratische Opposition nur einen Teilerfolg bedeutete. Denn das liberale "Märzministerium" konnte sich nicht gegen Adel und Militär durchsetzen und wurde am 20. Juni bereits entlassen.

Die Wende

Die am 22. Mai 1848 in Berlin eröffnete preußische Nationalversammlung blieb bei ihren Verfassungsberatungen jedoch weitgehend erfolglos. Der König selbst schwenkte unterdessen wieder um und tendierte mittlerweile zu einer reaktionären Wende. Unter dem Einfluss seiner Hofkamarilla stehend, ernannte er am 2. November General Friedrich Wilhelm Graf von Brandenburg zum Ministerpräsidenten, und bereits am 10. November kehrten seine Truppen nach Berlin zurück. Nachdem der Monarch auch noch das preußische Parlament aufgelöst hatte, oktroyierte er eine liberale Verfassung und stellte so Schritt für Schritt die königliche Macht wieder her.

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