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Sommer, Sonne, Bikinistreifen

Tina Denecken

„Zweiteiler“ trugen schon die alten Römer, genauer gesagt die alten Römerinnen, noch genauer gesagt die alten römischen Sportlerinnen. Zeichnungen aus dem vierten

Frau im Bikini am Strand
shutterstock.com/Dmitriy Shironosov
Jahrhundert vor Christus belegen das. Aber machen wir einen Zeitsprung bis ins Jahr 1900: In dieser Zeit nämlich entwarf Herr Valentin Lehr aus Freiburg ein zweiteiliges Badekostüm – zunächst nur für die Freunde der Freien Körper Kultur. Bis der Zweiteiler an jedem Strandabschnitt salonfähig wurde, war es allerdings noch ein weiter Weg. Noch in den Zwanzigern des 19. Jahrhunderts und während des Nazi-Regimes drohte eine Verhaftung bei zuviel Freizügigkeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg aber war endlich die Zeit für den Bikini – benannt nach dem Bikini-Atoll – gekommen.

 

Ein Bond-Girl in dem berüchtigten Zweiteiler

Als Erfinder gilt der französische Modeschöpfer Louis Réard. Trotzdem musste nochmals einige Zeit vergehen, bis der Bikini den Anschein der Ruchlosigkeit endgültig abgeschüttelt hatte. So war der Bikini auch in Hollywoodfilmen noch bis in die Fünfziger tabu, bis sich 1953 die Monroe und die Bardot im berüchtigten Zweiteiler zeigten. In den wilden Sechzigern gelang dem Bikini nach und nach der „moralische“ Durchbruch, wenn auch der Badeanzug zu jener Zeit deutlich mehr in Mode war. Zu neuem Ansehen verhalf dem Bikini dann zweifellos der Auftritt von Ursula Andress als badendes Bond-Girl 1962. Genau vierzig Jahre später ist es Halle Berry, die als Bond-Girl im Bikini aus dem Wasser steigt. Auch das sorgt für Aufsehen – allerdings längst nicht mehr aufgrund der Tatsache, DASS sie einen Bikini trägt, sondern WIE gut ihr das steht.

Und heute? Heute zeigt sich kaum jemand beeindruckt von „so viel Freizügigkeit“ – nicht einmal vom sogenannten Microbikini, der nur noch wenige Zentimeter Haut bedeckt.

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