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Flucht in letzter Minute

Ein Flüchtling schildert, wie er am 13. August vom Ostteil Berlins in den Westen flüchtet:

Vom Radio aufgeschreckt

“In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag (Nacht vom 12. zum 13. 8.1961) kam ich nachts vom Dienst. Ich legte mich schlafen. Überraschend wurde ich um ca. 8.30 Uhr von meiner Frau geweckt. Sie hatte das Radiogerät angestellt und durch den Rundfunk die Nachricht über die Absperrungsmaßnahmen vernommen. Eiligst stand ich auf und kleidete mich an. Wir nahmen unseren Hund mit und wollten uns zur Sektorengrenze begeben, um uns über die Tatsachen persönlich zu informieren ... Als wir kurz nach 10 Uhr an der Sektorengrenze ankamen, bemerkten wir eine aufgeregte Menschenansammlung von ca. 200 bis 300 Menschen. An Stacheldrahtrollen, die den Gehsteig und die Fahrbahn zwischen Ost und West absperrten, patrouillierten mit Gewehren und Bajonetten Ostarmisten. Sie patrouillierten unmittelbar am Stacheldraht, und die Menschenmenge stand nur rund einen Meter vom Stacheldraht entfernt. Im Westen standen die Bürger sogar unmittelbar an der Absperrung. Wir orientierten uns über die Verhältnisse und bemerkten eine schmale Passierstelle, die durch einige Soldaten und einen Offizier besetzt war.

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