Lexikon
österreichische Musik
Mittelalter und Renaissance
Erste Kulturträger waren im Mittelalter die neu gegründeten Klöster, deren musikgeschichtliche Bedeutung in zahlreichen Handschriften dokumentiert ist. Salzburg entwickelte sich dabei zu einem musikalischen Zentrum, wo um 1160 das Antiphonar von St. Peter entstand. In Klosterneuburg fanden im 13. Jahrhundert die ersten österreichischen Osterspiele statt. Parallel dazu entwickelte sich ab dem 12. Jahrhundert eine Minnesang-Tradition, die ebenso eigene Dichter wie Den Kürnberger, Dietmar von Aist und Ulrich von Liechtenstein (* um 1200/1210, † 1275) hervorbrachte als auch durch das grenzübergreifende Wirken von Walther von der Vogelweide oder Neidhart von Reuenthalgeprägt war. Im Spätmittelalter schuf der Tiroler Oswald von Wolkenstein ein einzigartiges Liedœuvre mit frühen Formen der Mehrstimmigkeit, die seit dem 14. Jahrhundert auch für die geistliche Musik belegt ist. Eine umfangreiche Sammlung nicht nur von Minnegesängen stellen die vermutlich um 1230 in der Steiermark zusammengetragenen „Carmina burana“ dar.
Seit dem 14. Jahrhundert fungierten auch weltliche Fürsten als Kulturförderer, die in ihren Hofkapellen sog. Cantores beschäftigten. Daneben etablierte sich die Wiener Universität zu einem musikalischen Zentrum, wo Konrad Celtis wirkte und wo das Humanistendrama und die Humanistenode (Petrus bzw. Peter Tritonius; * um 1470, † 1524/25) entstanden. Ein lebendiges Bild der habsburgischen und europäischen Musik(praxis) im 15. Jahrhundert zeichnen die Trienter Codices, die u. a. den Einfluss der franko-flämischen Musik z. B. bei Johannes Brassart (* um 1405, † 1455).
Eine erste Blüte erlebte die österreichische Musik am Hof Maximilians I. und insbesondere Maximilians II., wo neben einheimischen Musikern (Paul Hofhaimer) berühmte europäische Zeitgenossen wie Heinrich Isaac, Philippe de Monte und Pierre de la Rue wirkten. Im 16. Jahrhundert hielten italienische Stilelemente Einzug in die österreichische Musikkultur, die bei Jacobus Gallus mit dem franko-flämischen Stil verschmolzen.
- Einleitung
- Mittelalter und Renaissance
- Barock
- (Wiener) Klassik
- Romantik
- Moderne
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