Lexikon

österreichische Musik

Moderne

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Wien der musikalischen Avantgarde. Alexander von Zemlinsky bereitete mit seiner erweiterten Tonalität bereits die Zwölftontechnik vor, die von der Zweiten Wiener Schule um ihren Begründer Arnold Schönberg sowie seine Schüler Alban Berg und Anton von Webern auf die gesamte Musik des 20. Jahrhunderts ausstrahlen sollte. Daneben entwickelte sich ein stilistisch vielfältiges Musikleben, das sich insbesondere in der Gattung der Oper widerspiegelte. Während Franz Schmidt noch der Spätromantik verhaftet war und sich Ernst Krenek u. a. vom Jazz inspirieren ließ, verbanden Franz Schreker, Egon Wellesz und Ernst Toch traditionelle und zeitgenössische Stilelementen. Daneben wirkten Joseph Marx (impressionistische Lieder) und Othmar Steinbauer * 1895,  1963) mit einem eigenen Zwölftonsystem. Nach dem 1938 vollzogenen Anschluss an das nationalsozialistische Deutschland verarmte auch die österreichische (Musik)Kultur. Viele Künstlern wurden in ihrem Schaffen eingeschränkt und ihre Werke als „entartete Musik“ abgestempelt (Erich Wolfgang Korngold, Schönberg, Krenek).
Die Komponisten der Nachkriegszeit suchten die Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen europäischen Musikszene wie die Opernkomponisten Gottfried von Einem (Einflüsse von Igor Strawinsky) oder Friedrich Cerha (Zwölfton- und serielle Musik). Cesar Bresgen war dagegen von der Volksmusik inspiriert, während Roman Haubenstock-Ramati mit elektroakustischer und Hubert Bognermayr (* 1948,  1999) mit Computermusik arbeitete oder Georg Friedrich Haas (* 1953) und Kurt Schwertsik (* 1935) Klangexperimente betreiben.
Daneben hat sich eine vielfältige Rock- und Popmusikszene etabliert mit Schlagerstars wie Peter Alexander und Freddy Quinn, Chansonkünstlern wie André Heller und Marianne Mendt (* 1945), Sängern wie Udo Jürgens, Liedermachern wie Georg Danzer und Rainhard Fendrich oder Kabarettisten wie Helmut Qualtinger. Viele dieser Künstler pflegen in ihren Songs die Wiener Mundart („Austropop“ oder „Alpenrock“) wie auch Falco oder Christina Stürmer. Daneben ist die österreichische Volksmusik bis heute lebendig (Schuhplattler, Jodler). Der Volksmusiker Tobi Reiser (* 1907,  1974) begründete 1953 mit seinem Instrumentalensemble die heute weit verbreitete „Stubenmusik“ (Zither, Gitarre, Harfe, Kontrabass und Hackbrett), die inzwischen irrtümlich als Keimzelle der alpenländischen Volksmusik betrachtet wird.
Österreich besitzt ein landesweites Netzwerk musikalischer Einrichtungen, Wettbewerbe und Festivals (Wiener Festwochen, Salzburger und Bregenzer (Oster-)Festspiele). Musikalische Zentren des Landes sind Wien mit einer vielfältigen Theaterlandschaft, bedeutenden Sinfonie- und Kammerorchestern (Wiener Philharmoniker), weltbekannten Chören (Wiener Sängerknaben) und als Metropole der elektronischen Musik, sowie Salzburg mit dem Mozarteum, dem Großen Festspielhaus und dem „Haus für Mozart“ sowie einer lebendigen Jazzszene.
  1. Einleitung
  2. Mittelalter und Renaissance
  3. Barock
  4. (Wiener) Klassik
  5. Romantik
  6. Moderne
Orcas
Wissenschaft

Wal-Verwandtschaften im Südpolarmeer

Im nahrungsreichen Süden leben etwa 25.000 Orcas, zugehörig zu vier Orca-Ökotypen. Aufgrund ihrer Unterschiede „durch Kultur“ sind die Grenzen zu (Unter-)Arten schwer zu ziehen. von BETTINA WURCHE Schwertwale sind intelligente und soziale Tiere, kooperative Jäger und die größten Raubtiere des Ozeans. Im Südpolarmeer lassen sich...

Krebszellen
Wissenschaft

Egoistische Einzelgänger

Biologen sind den Mechanismen der Entstehung von Krebs seit Jahrzehnten auf der Spur. Sie machen immer mehr Eigenschaften von Tumorzellen dingfest. von CLAUDIA EBERHARD-METZGER Es sei für ihn ein Albtraum, würde man ihn nach einer Definition von Krebs fragen. Kein Geringerer als Rudolf Virchow hat das gesagt – dabei hatte der...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon