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Die Veden

Heilige Schriften des Hinduismus

Das Wort Veda kommt aus dem Sanskrit und bedeutet Wissen. Die Veden sind kein einzelnes literarisches Werk, sondern eine Sammlung von Schriften, die zunächst nur mündlich überliefert waren. Der Veda zählt zu den heiligen Schriften des Hinduismus. Er besteht aus mehreren, durch Form, Inhalt und Abfassungszeit unterschiedene Schichten. Die älteste bilden Sammlungen (Samhitas) von religiösen Hymnen und Sprüchen, die in die vier vedischen Abteilungen Rigveda, Samaveda, Yajurveda und den von der Orthodoxie erst spät anerkannten, aus Zaubersprüchen bestehenden Atharvaveda gegliedert sind. In diesen Texten werden kunstvolle Metren verwendet. Die am häufigsten vorkommenden Versmaße sind Gayatri (dreimal acht Silben), Anushtabh (viermal acht Silben), Trishtubh (viermal elf Silben) und Jagati (viermal zwölf Silben). Den Samhitas folgen umfangreiche Texte in Prosa, die Brahmanas, die Aranyakas und die Upanishaden. Jeder der vier Veden wird in mehreren Schulen (Shakhas) oder Rezensionen überliefert, die sich in den Samhitas oft nur wenig, aber in den Brahmanas zum Teil erheblich unterscheiden. In den meisten hinduistischen Strömungen wird die grundlegende Autorität der Veden nicht in Frage gestellt.

Diese gesamte Literatur gilt als von Dichtern der vedischen Zeit, den Rishis, "geschaute" beziehungsweise "gehörte" Offenbarung (Shruti). Zur traditionellen Erklärung der Veden werden die zeitlich jüngeren, nicht auf Offenbarung, sondern auf Tradition (Smriti) gegründeten sechs Vedangasals als Hilfsmittel herangezogen.

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Rigveda in Sanskrit

Rigveda in Sanskrit (Handschrift aus dem 19. Jahrhundert)

Die ältesten Teile des Vedas (Teile des Rigveda) stammen aus der Zeit vor dem 1. Jahrtausend v. Chr. (Nordwestindien, Pandschab) und weisen bis in die Zeit der arischen Einwanderer zurück.

 

Die vier Veden:

Sonnentempel in Konarak, Orissa, Indien (13. Jahrhundert v.Chr.). Er gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe

Sonnentempel in Konarak, Orissa, Indien (13. Jahrhundert v.Chr.). Er gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe

Der Rigveda umfasst wie jeder der vier Veden Samhitas, Brahmanas, Upanishaden und Sutras. In der allein erhaltenen Rezension der Shakalya enthält er 1.018, mit Nachträgen 1.028 Hymnen (10.462 Verse) an einzelne Götter (Indra, Agni, Varuna, Asura u. a.), aber auch an Dämonen, Ahnen und Könige. Diese in zehn Mandalas (Kreise) eingeteilten Hymnen werden vom Opferpriester, dem Hotar, rezitiert, womit er die Götter verehrt und sie zum Opfer einlädt. Die Samhita war zunächst eine Vereinigung des Hymnenbesitzes einzelner Priesterfamilien (dargestellt in den Mandalas 2 bis 7), an die sich im Laufe der Zeit Nachträge anschlossen. Der schließlich fixierte Gesamttext wurde dann mindestens 2.000 Jahre lang ohne Abweichungen mündlich weiter überliefert. Der Rigveda ist das älteste und bis heute in Indien tradierte Denkmal der indischen Literatur und eine sehr wertvolle Quelle für die Geschichte der Sprache, der Religon und Kultur im frühen Indien (die vier Kasten, Arbeitsteilung, Verhältnis der Geschlechter u. a.).

 

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aus der wissen.de Redaktion; Quelle: Brockhaus
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Eine Religion mit vielen Gesichtern

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