Lexikon
Pọlen
Piasten und Jagiellonen
Seit dem 6. und 7. Jahrhundert wanderten in das Gebiet Polens slawische Stämme ein. Herzog Mieszko I. (960–992) aus dem Haus der Piasten nahm 966 das Christentum an. Unter seinem Sohn Bolesław I. Chrobry (992–1025) dehnte sich die Herrschaft auf Südpolen (Schlesien, Krakau und Sandomir) aus. 1000 konnte das Erzbistum Gnesen errichtet werden. Nach 1138 zerfiel Polen in eine Reihe selbständiger Herzogtümer. Im 13. Jahrhundert verstärkte sich die Einwanderung deutscher Siedler. Der 1225 zur Abwehr der Pruzzen ins Land gerufene Deutsche Orden errichtete im Norden einen eigenen Staat, gegen den die polnischen Könige bis ins 15. Jahrhundert hinein Kriege führten. 1308/09 riegelte der Orden mit der Besetzung von Danzig den polnischen Zugang zur Ostsee ab. Im Osten musste Polen sich gegen die Einfälle der Mongolen wehren; in der Schlacht bei Liegnitz erlitt ein polnisch-schlesisches Heer 1241 eine verheerende Niederlage. Nach der Vereinigung von Kleinpolen (um Krakau) und Großpolen (Posen, Gnesen, Kalisch) ließ sich Władysław I. Łokietek 1320 in Krakau zum König krönen.
1386 kam durch die Heirat der Thronerbin Hedwig (Jadwiga) mit dem Großfürsten Jagiełło die Personalunion Polens mit Litauen zustande. Diese Großmacht konnte den Deutschen Orden 1410 in der Schlacht bei Tannenberg besiegen. In den beiden Thorner Friedensschlüssen (1411 und 1466) fielen Polen-Litauen dann Pommerellen, das Kulmer Land, Westpreußen und das Ermland zu. Władysław III. (1434–1444) gewann die ungarische Krone (1440). 1526 gingen Ungarn und Böhmen an Habsburg verloren. Die Personalunion zwischen Polen und Litauen wurde durch die Lubliner Union (1569) in eine Realunion umgewandelt. Der Reichstag (Sejm) der Magnaten engte die Macht des Monarchen zunehmend ein und sicherte sich nach dem Aussterben der Jagiellonen 1572 das Recht der Königswahl.
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Wissenschaft
Der Wetterfrosch in uns
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