Lexikon
Vereinigte Staaten von Amerika
Der Ost-West-Konflikt
Die sowjetische Expansionspolitik nach Kriegsende veranlassten Truman und dessen Nachfolger, den Republikaner Dwight D. Eisenhower (1953–1961), zu vielseitigen Abwehrmaßnahmen. Die vom Kommunismus bedrohten Länder wurden finanziell unterstützt; die wirtschaftliche Gesundung Westeuropas wurde durch den Marshallplan gefördert. Mit der Truman-Doktrin bekannten sich die USA zu einer weltweiten demokratischen Verantwortung. Militärische Bündnisse wie die NATO, der ANZUS-Pakt und die SEATO wurden abgeschlossen. Die starken Gegensätze zwischen den Weltmächten entluden sich indirekt in begrenzten Waffengängen (Korea-Krieg 1950–1953, Laos-Konflikt 1961/62 und Vietnam-Krieg 1965–1973) und führten zur Ära des Kalten Krieges. Innenpolitisch hatte der Kalte Krieg in den 1950er Jahren eine massive Kommunistenverfolgung unter der Ägide Joseph R. McCarthys zur Folge.
Mit der Präsidentschaft des Demokraten John F. Kennedy spitzte sich mit dem Bau der Berliner Mauer (1961) und der Kuba-Krise (1962) der Ost-West-Konflikt weiter zu. Nach Kennedys Ermordung im November 1963 versuchte Lyndon B. Johnson (1963–1969), dessen innenpolitisches Programm fortzuführen (Bürgerrechtsgesetz, „Feldzug gegen die Armut“). Die politische Szenerie wurde aber nun zunehmend vom Krieg in Vietnam überschattet. Die innenpolitischen Gegensätze eskalierten in Rassen- und Studentenunruhen. Die Morde an Martin Luther King und Robert Kennedy erschütterten das Land.
Der republikanische Präsident Richard M. Nixon (1969–1974) konnte 1973 das US-amerikanische Engagement in Vietnam beenden. Er normalisierte das Verhältnis zur Volksrepublik China und bemühte sich um weltpolitische Zusammenarbeit mit der UdSSR. Die Watergate-Affäre zwang ihn 1974 zum Rücktritt. Nachfolger wurde Vizepräsident Gerald Ford.
Der 1976 zum Präsidenten gewählte Demokrat James E. Carter nahm diplomatische Beziehungen zu China auf und vermittelte den ägyptisch-israelischen Frieden. Die Geiselhaft US-amerikanischer Botschaftsangehöriger in Teheran 1979–1981 bedeutete eine Demütigung der USA und trug 1980 zur Wahlniederlage Carters gegen den Republikaner Ronald Reagan bei, der als Präsident einen wirtschaftlichen Aufschwung herbeiführte und gegenüber der UdSSR eine Politik der Stärke verfolgte. Den kubanisch-sowjetischen Einfluss im lateinamerikanischen Raum suchte er durch die militärische Besetzung Grenadas 1983 und durch die Unterstützung regimefeindlicher Kräfte in Nicaragua zurückzudrängen. 1987 schloss die US-Regierung mit der UdSSR ein Abkommen über die Beseitigung aller in Europa stationierten US-amerikanischen und sowjetischen nuklearen Mittelstreckenwaffen.
Reagans Nachfolger wurde 1989 der Republikaner George H. Bush. Während seiner Präsidentschaft (1989–1993) intervenierten die USA militärisch in Panama und führten im Golfkonflikt 1990/91 die militärischen und politischen Maßnahmen zur Befreiung Kuwaits an. Der Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa und die Auflösung der Sowjetunion 1991 markierten das Ende des Ost-West-Konfliktes und machten die USA zur alleinigen globalen Führungsmacht.
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