Lexikon
Vereinigte Staaten von Amerika
Bevölkerung
Die USA sind bis heute das größte Einwanderungsland der Welt. Zwischen 1820 und Ende des 20. Jahrhunderts wanderten rund 63,1 Mio. Menschen ein. Die erste große Einwanderungswelle brachte bis 1890 Immigranten aus England, Irland, Deutschland und Skandinavien, mit der zweiten großen Welle (1890–1910) kamen überwiegend Süd- und Osteuropäer ins Land. Die heutigen Einwanderer stammen größtenteils aus Lateinamerika und Asien. 11% der im Jahr 2000 legal in den USA lebenden Einwohner wurden im Ausland geboren. Von den geschätzten 12 Mio. illegal in den USA lebenden Immigranten stammen bis zu 70% aus Lateinamerika. Durch den Ausbau der Grenzanlagen zu Mexiko versuchen die USA, dem illegalen Einwandererstrom Herr zu werden.
Am dichtesten besiedelt sind Neuengland, die mittelatlantischen Staaten, das Gebiet der Großen Seen sowie Teile von Texas und Kalifornien. Dagegen sind die Trockengebiete der Rocky Mountains, deren nordöstliches Vorland sowie Alaska kaum besiedelt. Heute zieht es viele Bewohner des kühlen Nordostens in den Sun Belt des Südens. Eine weitere Wanderbewegung führt aus dem großstädtischen und auch aus dem ländlichen Raum in die Kleinstädte. Heute leben mehr als drei Viertel der Bevölkerung in Städten, von denen fast 40 Agglomerationen die Millionengrenze überschritten haben.
Die Schere zwischen Reich und Arm vergrößerte sich in den letzten Jahren erheblich. Das reichste Fünftel der US-Amerikaner verfügt über mehr als die Hälfte des Nationalvermögens, das ärmste Fünftel dagegen lediglich über rund 3,5%. 12% aller Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze; jeder vierte Afroamerikaner und jeder fünfte Hispano-Amerikaner, aber nur jeder zehnte Weiße gelten als arm.
Wie in anderen westlichen Industrieländern leidet die amerikanische Gesellschaft an einer zunehmenden Überalterung. Seit dem Babyboom zwischen 1940 und 1960 ging die Geburtenrate kontinuierlich zurück; das Durchschnittsalter lag 2006 bei 36,5 Jahren, die über 65-Jährigen stellten ca. 13% der Bevölkerung – mehr als doppelt so viel wie 1940.
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