Lexikon
Vereinigte Staaten von Amerika
Vielseitige Industrie
Der Industriesektor hat in den letzten Jahrzehnten zugunsten des Dienstleistungssektors erheblich an Bedeutung verloren. Arbeiteten in den 1980er Jahren noch ein Viertel der Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe, so sind es heute nur noch rund 13%. Der Abbau der Arbeitsplätze ist einerseits eine Folge der Rationalisierung und Automatisierung, andererseits der Verlagerung der Produktion in asiatische Billiglohnländer.
Die größten Industriegebiete liegen im Manufacturing Belt, einem Streifen zwischen Boston–Baltimore im Osten und Chicago–Saint Louis im Westen. Weitere traditionelle Industriegebiete befinden sich am Osthang der Appalachen, an der texanischen Küste und in Kalifornien. Pittsburgh ist das weltweit wichtigste Stahlzentrum, Detroit der Schwerpunkt der Autoindustrie. Neue Standorte der Eisen- und Stahlindustrie sind auf der Basis von importierten Eisenerzen an der Atlantikküste und in Texas entstanden. Die Golfküste hat sich aufgrund reicher Erdölvorkommen zum Schwerpunkt der petrochemischen Industrie entwickelt. Seit den 1960er Jahren wurde im Manufacturing Belt die Schwerindustrie durch moderne Industriezweige wie die Software-Industrie ersetzt; gleichzeitig entstanden neue Zentren der Elektronik- sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie an der Pazifikküste, vor allem im Silicon Valley bei Los Angeles, in San Francisco und in Seattle. Heute siedeln sich viele Industrien bevorzugt im Sun Belt an, einem Streifen, der von North Carolina im Osten über Texas bis an die Westküste Kaliforniens reicht. Neben der Hightech- und Rüstungsindustrie zählen dazu auch viele nicht standortgebundene Branchen wie die Nahrungsmittel-, Elektronik-, Textil- und Bekleidungsindustrie.
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