Lexikon
Vereinigte Staaten von Amerika
Strukturwandel in der Landwirtschaft
Ein Fünftel der Staatsfläche dient als Ackerland, ein Viertel als Wiesen und Weiden. Die amerikanische Landwirtschaft wird von Automatisierung, dem Einsatz von Agrochemie und in jüngster Zeit von gentechnologischen Anbaumethoden geprägt. Die hoch mechanisierten Großbetriebe des Agrobusiness, die sämtliche Produktionsprozesse bis hin zur Nahrungsmittelherstellung kontrollieren, haben die jahrzehntelang dominierenden Familienbetriebe und mittelgroßen Farmen verdrängt. Damit lösten sich auch die so genannten Belts auf – traditionelle, relativ einheitliche Landwirtschaftszonen, die auf ein Hauptprodukt spezialisiert waren. Die Landwirtschaft zeigt heute ein differenzierteres Bild, wobei im Osten weiterhin der Regenfeldbau und die intensive Viehwirtschaft, im Westen Trockenfeldbau, Bewässerungswirtschaft und extensive Weidewirtschaft überwiegen.
Etwa die Hälfte der Ackerfläche dient dem Getreideanbau, wobei der größte Teil auf Futtermais und Weizen fällt. In den letzten Jahren sind die USA zum weltweit größten Erzeuger von Sojabohnen aufgestiegen. Bei Weizen, Reis und Tabak zählen die USA zu den weltweit größten Exporteuren. Zudem liefern die USA etwa ein Fünftel der weltweiten Baumwollernte; ein Drittel davon wird in Texas angebaut, ein weiteres Drittel in Arizona und Kalifornien. Der Anbau von Südfrüchten, Obst, Gemüse und Sonderkulturen erfolgt schwerpunktmäßig in klimatisch begünstigten Zonen wie Kalifornien (dort auch Wein), der Golfküste und Florida sowie rund um die für den Absatz wichtigen Städte der Ostküste und an den Großen Seen.
Noch höhere Erträge als der Ackerbau liefert die Viehzucht mit Rindern, Schweinen und Schafen. Im Nordosten liegt der Schwerpunkt auf der Milchwirtschaft, im Zentrum und Norden auf der Haltung von Fleischvieh und in den Rocky Mountains und Texas auf Schafen. Die größten Schlachtviehmärkte liegen in Omaha und Chicago. Trotz ihres bedeutsamen Fischfangs müssen die USA Fisch importieren.
Ein knappes Viertel der Landesfläche ist bewaldet, damit besitzen die USA nach Russland und Brasilien den weltweit drittgrößten Waldbestand. Die Nadelwälder im pazifischen Nordwesten liefern die Grundlage für die größte Sägeindustrie der Erde, die vor allem Bauholz liefert. Dagegen dient der Holzeinschlag der Kiefern- und Mischwälder im Südosten der Papier- und Celluloseherstellung. Besonders bedeutsam ist die Holzwirtschaft in Alaska, wo sie nach der Fischverarbeitung die wichtigste Branche darstellt.
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