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Verzicht als Ritual

Fasten hat in den meisten Kulturen eine lange Tradition.

Alle großen Religionen nutzen die Fastenzeiten zu innerer Einkehr und geistiger Besinnung. In unserer heutigen Gesellschaft des Übergewichts sowie zunehmender Zivilisationsbeschwerden erlebt das Fasten eine Renaissance. Immer mehr Menschen entschließen sich, ein- oder zweimal im Jahr für einige Tage auf feste Nahrung zu verzichten und dabei nicht nur den Körper, sondern auch Geist und Seele zu entlasten und von Grund auf zu reinigen.

Pashupatinath bei Kathmandu in Nepal

Ein Gläubiger bei einem hinduistischen Ritual in Pashupatinath bei Kathmandu in Nepal.

Entgiftung des Körpers

Die meisten Menschen fasten heute zur Gesunderhaltung: um gezielt bestimmten körperlichen Beschwerden zu begegnen, um den Organismus zu entgiften, um auf schnelle Weise das Immunsystem zu stärken oder auch, um ihr Körpergewicht zu reduzieren.

Fasten ist eine alte, in fast allen Kulturen bekannte Methode zur Entgiftung des Körpers. Anhänger des Fastens gehen davon aus, dass der Körper die Stoffwechselumstellung in der Fastenzeit nutzt, um sich angesammelter Abfallstoffe zu entledigen. Gleichzeitig sollen die Organe durch den Wegfall der Verdauungstätigkeit nicht nur entlastet werden, sondern sogar die Gelegenheit zur Regeneration und Wiederbelebung ihrer Funktionen erhalten.

Mit einer Fastenkur geht meist eine gründliche Darmreinigung einher. Die hier in den Darmschlingen verbleibenden Stoffwechselschlacken und Giftstoffe bringen zum einen den Säure-Base-Haushalt des  Körpers aus dem Gleichgewicht. Als Folge verschlechtert sich zunächst das Hautbild, es treten Hautunreinheiten wie Pickel zutage, sie ist spröde und glanzlos. Da der Darm eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern spielt, erhöht sich allmählich die Infektanfälligkeit. Darüberhinaus wird das Immunsystem geschwächt. Letztlich begünstigt die Altlast im Darm die Entstehung von Krankheiten. Daher führt die Darmentleerung und -reinigung beim Fasten zur Auffrischung von Stoffwechsel und Immunsystem und zeigt sich bald in einer klaren Haut.


Fasten als Selbsterfahrung

Buddhas

Seit jeher wird das Fasten von Menschen genutzt, um den Geist für Meditationen zu klären und spirituelle Energien zu entfalten. Dies gelingt besonders, wenn der Organismus von der Verdauungsarbeit befreit ist. Fast alle Religionen geben Rituale oder bestimmte Lebens- oder Jahresabschnitte vor, in denen der vollständige oder auch nur teilweise Verzicht auf eine Nahrungszufuhr gefordert wird.

Unabhängig von der Motivation führt Fasten stets zu körperlichem und seelischem Wohlbefinden und zu größerer, vor allem geistiger Leistungsfähigkeit. Die Fastenzeit ist eine Phase des Innehaltens und bietet so Gelegenheit, die persönliche Lebens- und Ernährungsweise neu zu betrachten und möglicherweise grundlegende Veränderungen anzustreben. Ein gelungenes Fastenerlebnis kann der Auftakt zu einer langfristigen Ernährungsumstellung sein. In jedem Falle erfährt der Fastende am eigenen Leib, wie wohltuend sich Konsumverzicht auf seinen Lebensalltag und seine geistige Haltung auswirkt. Allein die Erfahrung, wie viel Zeit und innere Aufmerksamkeit man normalerweise mit Essen und der Beschaffung oder Zubereitung entsprechender Nahrung verbringt, öffnet für viele Menschen eine neue Tür für ihr Alltagsbewusstsein. Und wie viel Energie vor allem von Kopf, speziell dem Gehirn, nach einer umfangreichen Mahlzeit in den Verdauungstrakt abgezogen wird, glaubt man meist erst, wenn dieser Energieaufwand einmal für einige Zeit wegfällt. Dann steht dem Gehirn und somit der intellektuellen Wachheit des Menschen diese gewaltige Portion an Energie zur Verfügung, die sonst für die Verdauungsarbeit aufgewendet werden müsste.

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aus der wissen.de Redaktion
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Nulldiät - nur eine Möglichkeit des Fastens

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