Lexikon
deutsche Musik
Moderne
Das ausgehende 19. Jahrhundert war von einer zunehmenden Auflösung der Formen zugunsten des Klangs und einer Ausweitung der Tonalität gekennzeichnet. Von der Zwölftontechnik und der Wiener Schule um A. Schönberg wurde u. a. W. Fortner angeregt. P. Hindemith stellte dieser Technik ein System der freien Tonalität entgegen. Die deutsche Musik nach 1945 zeigt zum einen eine Rückkehr zu einer traditionellen Tonsprache: bei P. Jarnach sowie bei C. Orff, der neben W. Egk das Musiktheater erneuerte, und bei E. Pepping, der mit H. Distler der evangelischen Kirchenmusik neue Impulse gab. Zum anderen fand eine vielfältige Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Techniken statt, so mit dem Serialismus (G. Klebe), mit elektronischer Musik (K. Stockhausen) und mit der Collagetechnik (B. A. Zimmermann). Zu den Vertretern der „Neuen Einfachheit“ gehört neben u. a. W. Rihm, während D. Schnebel. klangliche Experimente betreibt. Ein individueller Personalstil kennzeichnet die Werke von H. W. Henze und A. Reimann, die insbesondere die moderne deutsche Oper geprägt haben. Daneben ist die zeitgenössische deutsche Musik von Komponisten anderer Nationen wie G. Ligeti (Ungarn), I. Yun (Korea) und M. Kagel. (Argentinien) beeinflusst worden. Zentren moderner Musik in Deutschland sind die jährlich in Darmstadt stattfindenden „Internationalen Ferienkurse für Neue Musik“ und die „Donaueschinger Musiktage“ sowie das „Studio für elektronische Musik“ in Köln.
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