Lexikon
Deutschland
Demographische Entwicklung
Nachdem die Einwohnerzahl zwischen 1855 und 1910 von 34,6 Mio. auf 62,1 Mio. angestiegen war, stabilisierte sie sich im 20. Jahrhundert aufgrund sinkender Geburtenrate und wachsender Lebenserwartung. Um 1960 kamen in der Bundesrepublik auf 1000 Einwohner 17 Geburten und 11 Sterbefälle. 1972 gab es erstmals einen Sterbeüberschuss. Seitdem ist der Bevölkerungszuwachs – zwischen 1970 und 1989 von 60,7 Mio. auf 62,1 Mio. – in erster Linie auf die Zuwanderung von Ausländern zurückzuführen. In der DDR, die weniger davon betroffen war, sank die Bevölkerung im selben Zeitraum von 17,1 Mio. auf 16,6 Mio. Auch im vereinigten Deutschland lag die Geburtenrate immer unter der Sterberate. Statistisch gesehen bekommt eine Frau heute 1,3 Kinder – einer der weltweit niedrigsten Werte. Andererseits ist der jährliche Wanderungssaldo zwischen dem In- und Ausland seit 1991 immer positiv gewesen, d. h., es kamen mehr Menschen nach Deutschland als das Land verließen, so dass die Einwohnerzahl weiterhin anstieg. Die abnehmende Zuwanderung und die geringe Geburtenrate bewirkten 2004 erstmals den Rückgang der Bevölkerung um rund 30 000 Einwohner.
Die statistische Lebenserwartung liegt bei einem heute geborenen Mann bei 76 Jahren, bei einer Frau beträgt sie 82 Jahre. Geburtenrückgang und Anstieg der Lebenserwartung führen langfristig zur „Überalterung“ der deutschen Bevölkerung. So sank der Anteil der unter 15-Jährigen zwischen 1990 und 2007 von 16,2% auf 13,9%; im selben Zeitraum stieg der Anteil der über 65-Jährigen von 14,9% auf 19,8% an.
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