Lexikon

 

Deutschland

Norddeutsches Tiefland

Das Norddeutsche Tiefland umfasst das Gebiet zwischen der Nord- und Ostseeküste und dem Mittelgebirgsrand. Die Nordsee wird von einem flachen Wattenmeer gesäumt, das bis an die Inselketten der Nordfriesischen und Ostfriesischen Inseln – von Sylt bis Borkum – reicht. Die deutsche Ostsee weist teils eine sandige Flachküste, teils eine felsige Steilküste auf, die von zahlreichen Haffs, Nehrungen und tiefen Buchten begleitet wird. Im östlichen Abschnitt der Ostsee liegt mit Rügen die größte deutsche Insel.
Die flachen Hügel, Täler und Seen des Norddeutschen Tieflandes wurden von eiszeitlichen Gletschern geschaffen. Zu den höchsten Erhebungen zählen die von Nordwesten nach Südosten verlaufenden Endmoränenzüge. Ihr südlicher Rücken reicht von der Unterelbe über die Lüneburger Heide und den Fläming bis zur Niederlausitz, der nördliche von Ost-Holstein über Mecklenburg bis in das nordöstliche Brandenburg. Nördlich davon erstreckt sich eine flachhügelige Grundmoränenlandschaft, in denen einst Gletscher die Seen Mecklenburgs und der Holsteinischen Schweiz ausgehobelt haben. Südlich der Endmoränenwälle folgen weite, teils verheidete Sanderflächen. Sie werden nach Süden von breiten, auf weiten Strecken von den heutigen Flüssen benutzten Urstromtälern begrenzt, die im Tal von Elbe und Weser zusammenlaufen.
Am Übergang zum Mittelgebirge greift das Tiefland in mehreren Buchten bis weit in das Bergland hinein: zwischen Eifel und Bergischem Land die Niederrheinische bzw. Kölner Bucht, zwischen Sauerland und Teutoburger Wald die Westfälische bzw. Münsterländer Bucht und zwischen Harz und Sächsischem Bergland die Leipziger Bucht.
Die ursprünglichen Laubwälder des Norddeutschen Tieflandes sind zu großen Teilen Weiden, Wiesen und Ackerflächen gewichen. Auf vielen ehemaligen Waldflächen wächst heute Heidevegetation. Die Lüneburger Heide ist ein Beispiel für eine solche, durch den Menschen geschaffene Kulturlandschaft. Im Nordwesten des Tieflandes sind die Eichen-Birken-Wälder von Hochmooren durchsetzt, auf sandigen Böden dominieren Kiefern-Eichen-Wälder.
  1. Einleitung
  2. Natur und Klima
    1. Norddeutsches Tiefland
    2. Mittelgebirge
    3. Alpenvorland und Alpen
    4. Geschützte Natur
    5. Klima: maritim bis kontinental
  3. Bevölkerung
    1. Demographische Entwicklung
    2. Vertriebene, Aus- und Umsiedler
    3. Ausländer
    4. Ethnische Minderheiten
    5. Religion
  4. Bildung
  5. Staat und Politik
  6. Wirtschaft und Verkehr
    1. Effektive Landwirtschaft
    2. Bergbau und Energiewirtschaft
    3. Exportorientierte Industrie
    4. Dienstleistungssektor und Tourismus
    5. Gut ausgebautes Verkehrsnetz
  7. Geschichte
    1. Mittelalter
    2. Reformation und Gegenreformation
    3. Zeitalter des Absolutismus
    4. Vom alten zum neuen Reich
    5. Das Kaiserreich
    6. Die Weimarer Republik
    7. Die nationalsozialistische Diktatur
    8. Das geteilte Deutschland
    9. Die Wiedervereinigung
    10. Das wiedervereinigte Deutschland
  8. Deutschland: Staatsaufbau
  9. Militär
 
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