Lexikon
Deutschland
Die nationalsozialistische Diktatur
Reichstag: Eröffnung 1933
Eröffnung des Deutschen Reichstages 1933
„Der Tag von Potsdam“, 21. März 1933 – kulthafte Inszenierung der Verbindung von Preußentum und Nationalsozialismus. Hitler, verkleidet als Bürger in schwarzem Cut, verbeugte sich in der Garnisonkirche, der Grabstätte Friedrichs des Großen, vor dem nationalen Mythos Hindenburg und verkündete sein Programm der „nationalen Wiedererhebung“. Die Rührkomödie kam an: Viele glaubten, der „wilde“ Nationalsozialismus sei nun gezähmt und habe sich in die konservative Tradition eingefügt.
© Corbis/Bettmann/UPI
Sofort nach der Machtergreifung nahm Hitler die Verwirklichung seines antisemitischen Programms in Angriff. Es begann mit der schrittweisen Entrechtung der deutschen Juden und endete mit der Ermordung von 6 Mio. Juden aus mehreren europäischen Ländern während des Krieges. Um die Herrschaft über Europa zu erringen, entfesselte Hitler 1939 mit dem Angriff auf Polen den 2. Weltkrieg. Nach deutschen Siegen über Polen, Dänemark, Norwegen, Holland, Belgien, Frankreich, Jugoslawien, Griechenland und erfolgreichem Vordringen in der Sowjetunion und in Nordafrika kam es 1942 zur Wende des Krieges und zu Rückzügen an allen Fronten. 1944 scheiterte ein vornehmlich von Offizieren getragener Aufstand. Beim völligen Zusammenbruch des Reichs 1945 beging Hitler Selbstmord. Der von ihm testamentarisch bestimmte Nachfolger K. Dönitz ließ am 7. und 8. 5. 1945 die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht vollziehen.
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