Lexikon

 

Deutschland

Wirtschaft und Verkehr

Mit der Wiedervereinigung am 3. 10. 1990 wurden zwei völlig verschiedene Wirtschaftssysteme zusammengeführt: die soziale Marktwirtschaft der Bundesrepublik Deutschland, die eng mit den anderen westlichen Staaten verzahnt ist, und die Planwirtschaft der DDR, die einer staatlich gelenkten Zentralverwaltung unterstand und im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW bzw. COMECON) eingebunden war. Während die Wirtschaft der Bundesrepublik nach Kriegsende durch den Marshallplan (ERP) „angeschoben“ wurde und bis Anfang der 1970er Jahre meist hohe Zuwachsraten aufwies, musste die DDR bis 1953 umfangreiche Reparationszahlungen an die Sowjetunion leisten. Dennoch konnte sich die DDR zu dem Land mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen unter den Ostblockländern entwickeln.
Im Zuge der demokratischen Wende vereinbarten beide deutsche Staaten zum 1. 7. 1990 eine Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion. Bund und Länder förderten nach 1990 mit umfangreichen Investitionen die Verbesserung der Infrastruktur und den wirtschaftlichen Umbau in Ostdeutschland; viele Betriebe mussten jedoch wegen veralteter Technologien und wenig effektiver Organisationsformen schließen. Die daraus entstandenen sozialen und finanziellen Schwierigkeiten waren auch 15 Jahre nach der politischen Einheit noch nicht überwunden. Zentrales Problem war die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit, die eine seit 2001 entweder nur wenig oder gar nicht gewachsene Wirtschaft nicht beseitigen konnte. Dabei stand einer sehr starken Außenwirtschaft – Deutschland ist vor den USA das exportstärkste Land der Welt – eine schwache Binnenkonjunktur gegenüber. Auch blieb die Lage der öffentlichen Haushalte infolge der Wachstumsschwäche und der durch Arbeitslosigkeit und „Überalterung“ der Gesellschaft gestiegenen Sozialkosten angespannt. 2006 konnte eine leichte Belebung des Binnenmarktes und ein deutliches Wirtschaftswachstum (2,8%) verzeichnet werden, so dass sich auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt spürbar verbesserte.
  1. Einleitung
  2. Natur und Klima
    1. Norddeutsches Tiefland
    2. Mittelgebirge
    3. Alpenvorland und Alpen
    4. Geschützte Natur
    5. Klima: maritim bis kontinental
  3. Bevölkerung
    1. Demographische Entwicklung
    2. Vertriebene, Aus- und Umsiedler
    3. Ausländer
    4. Ethnische Minderheiten
    5. Religion
  4. Bildung
  5. Staat und Politik
  6. Wirtschaft und Verkehr
    1. Effektive Landwirtschaft
    2. Bergbau und Energiewirtschaft
    3. Exportorientierte Industrie
    4. Dienstleistungssektor und Tourismus
    5. Gut ausgebautes Verkehrsnetz
  7. Geschichte
    1. Mittelalter
    2. Reformation und Gegenreformation
    3. Zeitalter des Absolutismus
    4. Vom alten zum neuen Reich
    5. Das Kaiserreich
    6. Die Weimarer Republik
    7. Die nationalsozialistische Diktatur
    8. Das geteilte Deutschland
    9. Die Wiedervereinigung
    10. Das wiedervereinigte Deutschland
  8. Deutschland: Staatsaufbau
  9. Militär
 
Lebensende, Vorsorge
Wissenschaft

»Wir müssen fragen – und zuhören«

Am Lebensende werden Menschen altruistisch, sagt der international renommierte Palliativmediziner Gian Domenico Borasio.

Der Beitrag »Wir müssen fragen – und zuhören« erschien zuerst auf wissenschaft.de...

Phaenomenal_NEU.jpg
Wissenschaft

Mit Übelkeit unterwegs

Warum vielen Menschen auf Reisen schlecht wird, und wie man dagegen antrainieren kann, erklärt Dr. med. Jürgen Brater. Der Blick aus dem Fenster kann noch so spektakulär sein – wenn es einem bei der Fahrt mit Pkw, Bus oder Schiff speiübel wird, ist es mit der Begeisterung schnell vorbei. Die Ursache einer solchen Reisekrankheit...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch