Lexikon
Deutschland
Bildung
Das Grundgesetz stellt das Bildungswesen grundsätzlich in die Verantwortung der Länder, bundesweit koordiniert durch die ständige Konferenz der Kultusminister. Schulpflicht besteht ab dem sechsten Lebensjahr für 9–10 Jahre. Die vierjährige Grundschule (in Berlin und Brandenburg sechsjährig) deckt den Primarbereich ab. Ihr folgt die weiterführende Sekundarschule, die sich in verschiedene Schulzweige gegliedert. Der fünf- bis sechsjährige Besuch einer Hauptschule ist Voraussetzung für eine zwei- bis dreijährige Berufsausbildung, die vom Unterricht an einer Berufsschule begleitet wird (sog. duales System). Die sechsjährige Realschule schließt mit der „Mittleren Reife“ ab, die zum Besuch einer Fachoberschule, eines Fachgymnasiums oder Gymnasiums befähigt. Das insgesamt acht- bis neunjährige Gymnasium gliedert sich in die Sekundarstufe I (5.–10. Klasse) und die zwei- bis dreijährige Sekundarstufe II. Sie schließt mit dem Abitur ab, das zum Hochschulstudium berechtigt. In einigen Bundesländern gibt es darüber hinaus Gesamtschulen, die alle drei Schulabschlüsse an einer Schule anbieten. Im Rahmen des Bildungsreformprogrammes der Bundesregierung wurden 2003 die ersten Ganztagsschulen aufgebaut. In Deutschland gibt es 365 Hochschulen, davon 100 Universitäten und Gesamthochschulen.
Das Schulsystem der DDR war ganz auf die „Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft“ ausgerichtet und streng zentralistisch organisiert. Als pädagogischer Grundsatz galt die Verbindung von Unterricht und produktiver Arbeit (polytechnischer Unterricht). Wehrerziehung war Bestandteil des Unterrichts auf allen Stufen. Pflichtschule war die Polytechnische Oberschule. Vom 9. Schuljahr an gab es besondere Vorbereitungsklassen für die zweijährige Erweiterte Oberschule (EOS), die zur Hochschulreife führte. Dieses System wurde nach der Wiedervereinigung aufgegeben. Doch führten nicht alle Länder das westdeutsche dreigliedrige Schulsystem ein. In Sachsen etwa gibt es statt der Haupt- und der Realschule die Mittelschule.
Mit den Ergebnissen der sog. PISA-Studie der OECD ist das deutsche Bildungswesen in die Kritik geraten. Bemängelt werden u. a. die schlechten Bildungschancen von Kindern aus sozial schwachen und Migrantenfamilien sowie die teils großen Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern.
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