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Peking 2008

Gastgeberwahl als Politikum

Der jamaikanische Leichtathlet und Sprinter Usain Bolt nach seinem neuen Weltrekord über die 100 Meter bei den olympischen Spielen in Peking in China am 16.08.2008.
Die Wahl Pekings als Austragungsort für die Spiele 2008 war umstritten, aber die Chinesen engagierten sich mit ganzer Kraft, um erstklassige, moderne Spiele auf die Beine zu stellen. Viele Politiker, Menschenrechtsorganisationen und Athleten waren über die Vergabe der Sommerspiele 2008 an China verärgert. Es blieb eine weit verbreitete Ansicht, dass die Volksrepublik aufgrund von Menschenrechtsverletzungen von einer Kandidatur von vornherein hätte ausgeschlossen werden sollen. Das IOC hingegen argumentierte, dass die Vergabe der Spiele an Peking ein Mittel sei, China in die Weltgemeinschaft zu integrieren, und somit die Reformen im Bereich der Menschenrechte unterstützen würde. Auch nach der Vergabe der Spiele brach die Kritik nicht ab. Der 130 Tage dauernde Fackellauf wurde von massiven Protesten gegen die Tibet-Politik Chinas und chinesische Menschenrechtsverletzungen begleitet. In Paris musste der Fackellauf aufgrund der Unruhen von der Polizei unterbrochen werden. 

Ebenfalls kritisiert wurden die Maßnahmen, mit denen sich der Gastgeber auf die Spiele vorbereitete. Für den Bau der Wettkampfstätten wurden mehrere Tausend Familien zwangsumgesiedelt. Die chinesischen Behörden und Menschenrechtsorganisationen nannten hier sehr unterschiedliche Zahlen von Betroffenen. Auch die Vorbereitung einer neuen Generation chinesischer Athleten auf das Großereignis sorgte für Kritik. Sportlich begabte chinesische Schulkinder wurden rigorosen Trainingsplänen unterworfen. Die internationalen Journalisten sahen sich bei der Berichterstattung über diese Vorgänge mit Problemen konfrontiert. Sie waren in ihrer Reisefreiheit eingeschränkt und hatten keinen freien Internetzugang.

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