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Mexiko 1968

Konflikt um Südafrika

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Die Höhenluft sorgte bei den Spielen der XIX. Olympiade in Mexiko-Stadt für ein Festival der Rekorde: Die Athleten stellten insgesamt 34 Welt- und 38 olympische Bestleistungen auf. Die "Politisierung" der Gesellschaft, die Ende der 60-er Jahre in vielen Ländern der Welt zu verzeichnen war, machte auch vor der Olympiastadt nicht halt. Kurz vor Eröffnung der Spiele entlud sich die Kritik der einheimischen Bevölkerung an den hohen Kosten der Veranstaltung und den sozialen Missständen in heftigen Auseinandersetzungen: Polizei und Armee schlugen Studentenproteste blutig nieder.

16.10.1968 / Mexiko Stadt Die US-Athleten Tom Smith und John Carlos erheben bei der Siegerehrung ihre schwarz behandschuhten Hände zum "Black Power" Zeichen
Corbis-Bettmann, New York
Konflikte gab es um die Teilnahme Südafrikas. So drohten die meisten schwarzafrikanischen Staaten mit einem Boykott, falls der Apartheidsstaat Sportler nach Mexiko entsenden dürfte. Das IOC lenkte ein und lud die südafrikanischen Athleten wieder aus. Aufgrund von IOC-Beschlüssen marschierten hinter einer gemeinsamen Flagge zwei selbstständige deutsche Mannschaften ins Stadion. Zum ersten Mal entzündete mit der mexikanischen Hürdenläuferin Enriqueta Basilia Sotelo eine Frau das olympische Feuer.

Zu einer politischen Demonstration wurde die Siegerehrung über 200m: Die US-Sprinter Tommie Smith und John Carlos streckten beim Abspielen der US-Nationalhymne ihre schwarzbehandschuhten Fäuste in die Luft - Symbol der radikalen Black-Power-Bewegung, die für die Gleichberechtigung der Schwarzen in den USA kämpfte. Die Mannschaftsleitung schloss die Sportler daraufhin aus dem Team aus.

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